PHILLIP BOA "The Red"
(CD/ BMG/ RCA/ VÖ: 06.08.01) Independent
 
Philip Boa mit Schneider TM... mit Console ... und mit Miles-Sänger Tobias Kuhn an Gitarre und Bass ... Hä? ... Ist das noch Voodooclub?
Natürlich! Und wie! Ohne den Vorgänger "My Private War" abwerten zu wollen, ist "The Red" mehr Voodooclub als alles seit "Boaphenia" von 1993, sofern man sich anmaßen will, das als Hörer zu beurteilen. Die Entstehung des Gesamtkunstwerkes Boa hat nämlich, wenn überhaupt, nur einer unter Kontrolle, und das ist Boa selbst. Das von ihm verkörperte musikalische Konzept definiert sich nur ansatzweise über Sounds und Instrumentierungen. Es beinhaltet Veränderung, Herausforderung und Überraschung mindestens im selben Maße. "The Red" ist erst einmal um einiges heftiger als sein Vorgänger. Das Album beginnt mit einem elektronisch realisierten Intro und zeigt dann mit "When I´m Bored" wo es lang geht. Einerseits gitarrendominiert, andererseits mit dem Einsatz diverser Elektronik- Hard & Software. So haben wir es bei PHILLIP BOA anno 2001 mit einem mehr als zeitgemäßen Groove zu tun ("To The Saints"). Das steigert sich mit "Speed" bis zur Drum´n Bass lastigen Orgie... wobei an keinem Punkt des Albums die Handschrift des Meisters selbst in den Hintergrund tritt. Für die "üblichen" weiblichen Vocals sorgt Boas neue Gesangspartnerin Julia Chard. Auch bei dieser Neubesetzung ist trotz gelingender Vergleiche mit der prägenden Stimme Pia Lunds ein eigenes Profil, ein neuer Charme erhörbar. Das diese Kollaboration unterschiedlichster Musiker so extrem gut gelungen ist, dürfte ein auch Verdienst des Produzenten Olaf Opal, der hier wirklich ganze Arbeit geleistet hat. Mit "Eugene" ist bereits eine zünftige Single am Start, die auf zwei Silberlingen von diversen Remixern verwurstet wurde, wobei bei den Singles doch eher die exklusiven Coverversionen "enjoy the silence" und "first we take manhattan" einen Kaufanreiz darstellen. Ersteres ist zwar nix für Depeche Mode Fans, hat aber durchaus seinen unnnachahmlichen Reiz. Also ist PHILLIP BOA nicht nur zurück aus Malta, sondern auch zurück in der spärlich besetzten Liga derer, die unsere verkommene Musikszenerie am Rande des Pop mit Innovationen füttern. Thomas Manegold

THE RED

1. Intro By Schneider TM 2. When I'm Bored 3. To The Saints 4. Eugene 5. Where The Raingods Meet 6. Speed 7. I Can't Go Home Again 8. Silver Ego 9. To The Saints 10. The Impossible 11. Narcissus 12. The Black Tiger 13. Am I The Object That I See 14. The Gallery Of Human Errors

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