|
DUPONT
"Ukraina"
(CD/ Life Is Painful/ 04.06. 2001) EBM |
|
|
Der Retrofilm
läuft sich langsam warm. Zumindest im Elektrolager scheint man
sich selbst nicht mehr leiden zu können. Wie sonst erklärt
sich der Umstand, daß immer mehr Bands plötzlich angesagt
sind, die angeblich an die legendären Cat Rapes Dog oder an die
noch legenäreren Skinny Puppy erinnern? Warum werden schon mausetote
Bands wieder wach? Erfahrungsgemäß war jede gute alte Zeit,
als sie noch nicht so alt war, genau so öde, wie unsere Gegenwart.
Und die Legenden hatten alle auch richtig zu knabbern. Da EBM seit Headhunter
2000 auch nicht mehr so ganz das ist, was es sein sollte, hat die Nostalgie
gute Chancen. Auf in die gute alte Zeit... aber nicht zu Fuß...
die technischen Raffinessen unseres bösen digitalen Zeitalters
nehmen wir mit.
Und so verwundert es nicht, daß auch DUPONT klingen, als würden Oomph! gaaanz früher mit dem And One Equipment von heute herumspielen. Und weil das physikalisch unmöglich ist, sollte man dieses Scheibchen mal antesten. Aber DUPONT kann auch nichts für die Maschinerie des Zeitgeistes, sodaß es da noch mehr Gründe gibt, ihr Album "Ukraina" in den Player (nicht in den Toaster!) zu werfen. Zwar war der röhrende Hirsch am Mikrophon schon beim Achtungserfolg "Behave" anno 2000 etwas gewöhnungsbedürftig, doch auch auf dem Album macht das Trio durchweg eine gute Figur, wenn es darum geht, zeitgemäße Electromusik zu machen, die kein Techno ist. Mir persönlich gefällt dabei "Collaborate" sehr gut oder auch "Solid Life". Am krassesten ist aber "Expo2k", ein Stück, daß wunderbar an DAF und Co. anknüpft und weder im Text, noch in der musikalischen Ausführung etwas mit der teuersten Zukunftsvision aller Zeiten zu tun hat. DUPONT klingen 2001 also sehr ausgereift und haben mit "Ukraina" eine zwar herbe, aber durchweg tanzbare Platte am Start, die ihren Weg in die Clubs sicher finden wird. Thomas Manegold |
|
|
|
CD
bestellen:
|