Reversal Penetrations "Cut Up Violation"
 
(CD/COP Int./ Nova/
Sept.2001) Electro

   

Es ist schwer, Musik ein "Gesicht" zu geben, so ganz ohne Sprache. Reversal Penetrations bedient sich dafür ausschließlich diverser Samples, die mal in Englisch, mal in Deutsch den Hörer mit einem brutalen und sehr kaputten Bild unserer Gesellschaft konfrontiert. Zwar ist die Musik tanzbar, aber eben kein Techno, klingt manchmal nach modernem Minimalelectro, und dann wieder nach dem schleppenden Bombast von Frontline Assembly, bleibt aber sehr originell und immer auf düsterem Niveau. Wird die Grundstimmung mal netter, weiß man auch sofort, wie es gemeint ist. Obwohl "Cut Up Violation" durchaus als Dance Album bei den noch nicht technoverseuchten EBMlern durchgehen kann, hat das Album viel mehr einen Hörspielcharakter, weil es mit populären Ausdrucksmitteln nicht so reißerisch umgeht und weil man trotz aller Agressivität, die das Thema pervertierender Mensch so hergibt, viel Wert auf Atmosphäre legt. Man kann sich die CD ruhig am Stück durchhören, sie überzeugt eher schleichend, weder mit dem Schlag auf die Fresse, noch mit dem mahnenden Zeigefinger und sie hat etwas hypnotisches, psychotherapeutisches ("Retten sie sich"), ohne dabei auch nur einen Augenblick aufzuhören, dich immer wieder auf den großen Haufen Scheiße hinzuweisen, in dem wir alle vor uns hindampfen. Das ist Gesellschaftskritik der fiesen Art, weil sie zutrifft, interpretierbar bleibt und eben in dieser versteckten und zugleich konsequenten Form noch nicht da war. Als Anspieltip steht hier "Humanradius", dessen Demoversion bereits auf dem "New Violent Breed" Sampler vertreten war.Thomas Manegold

 

LET ME PENETRATE YOU




   
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