Ein weiteres Album der
britischen Horror-Metaller beginnt mit einem düster-beklemmenden
Instrumentalstück, allerdings für Cradle-Verhältnisse
ungewohnt unspektakulär. Betrachtet man den geniale Auftakt vom
ersten Song "All hope in eclipse", hätte man sich das
Intro getrost sparen können. Dieser Titel ist das Juwel des Albums:
schnell, brutal, gewaltig, mystisch, mitreißend. Der instrumentale
Zwischenpart würde sich sogar auf dem "Interview with a
Vampire Soundtrack" gut machen.
"Born in a burial gown" schlägt zwar in die gleiche
Kerbe, wie der Opener, vermag mit diesem aber nicht mitzuhalten. Anders
bei "Suicide and other comforts": Nach ruhig beschaulichen
Pianopassagen beherrschen mal treibende, mal stampfende Gitarren den
Song, der in seiner Endphase beide Elemente in einem mitreißenden
Höhepunkt verschmelzen lässt. Gespenstische Keyboards untermalen
in "Dinner at Deviant´s Palace" irgendein verzerrtes
Gelaber - im Hintergrund Donnergrollen, hysterisches Gelächter
und Säuglingsschreie. Mal ehrlich, so ein Quatsch provoziert
oder erschreckt heute doch wirklich niemanden mehr. Auch "Scortched
earth erotica" vermag nach interessantem Anfang meine Erwartungen
nicht zu erfüllen.
Die beiden Remakes vom Debut-Album der Briten fallen deutlich schneller
aus, als die Originale und sind mit allerlei technischem Schnickschnack
angereichert. An den Charme ihrer Vorfahren reichen sie allerdings
meiner Meinung nach nicht heran. "The black goddess rises II"ist
weniger ein Remake, als vielmehr eine Fortsetzung des alten Klassikers,
die dessen Hauptthema aufgreift und in völlig neue Dimensionen
entführt. Wirklich sehr interessant!
Für Sisters Of Mercy Fans gibt´s dann auch noch eine Cradle-typische
Coverversion von "No time to cry". Wenn ich mir die Songliste
so betrachte, erweckt sie bei mir zwangsweise den Eindruck, als würde
man sich mit viel unnötigem Ballast auf eine Spielzeit von knapp
50 Minuten quälen, um das Teil als Longplayer verkaufen zu können.Trotzdem
stampft "Bitter suites to succubi" immer noch einen großen
Teil belangloser Veröffentlichungen dieser Tage in Grund und
Boden. Doch auch eine Band wie Cradle Of Filth sollte sich nicht auf
ihren Lorbeeren ausruhen, denn die Konkurrenz schläft nie! Dagger