CRADLE OF FILTH - Bitter suites to succubi
 
(CD, Snapper Music/SPV , 2001)
Black Metal
     

Ein weiteres Album der britischen Horror-Metaller beginnt mit einem düster-beklemmenden Instrumentalstück, allerdings für Cradle-Verhältnisse ungewohnt unspektakulär. Betrachtet man den geniale Auftakt vom ersten Song "All hope in eclipse", hätte man sich das Intro getrost sparen können. Dieser Titel ist das Juwel des Albums: schnell, brutal, gewaltig, mystisch, mitreißend. Der instrumentale Zwischenpart würde sich sogar auf dem "Interview with a Vampire Soundtrack" gut machen.
"Born in a burial gown" schlägt zwar in die gleiche Kerbe, wie der Opener, vermag mit diesem aber nicht mitzuhalten. Anders bei "Suicide and other comforts": Nach ruhig beschaulichen Pianopassagen beherrschen mal treibende, mal stampfende Gitarren den Song, der in seiner Endphase beide Elemente in einem mitreißenden Höhepunkt verschmelzen lässt. Gespenstische Keyboards untermalen in "Dinner at Deviant´s Palace" irgendein verzerrtes Gelaber - im Hintergrund Donnergrollen, hysterisches Gelächter und Säuglingsschreie. Mal ehrlich, so ein Quatsch provoziert oder erschreckt heute doch wirklich niemanden mehr. Auch "Scortched earth erotica" vermag nach interessantem Anfang meine Erwartungen nicht zu erfüllen.
Die beiden Remakes vom Debut-Album der Briten fallen deutlich schneller aus, als die Originale und sind mit allerlei technischem Schnickschnack angereichert. An den Charme ihrer Vorfahren reichen sie allerdings meiner Meinung nach nicht heran. "The black goddess rises II"ist weniger ein Remake, als vielmehr eine Fortsetzung des alten Klassikers, die dessen Hauptthema aufgreift und in völlig neue Dimensionen entführt. Wirklich sehr interessant!
Für Sisters Of Mercy Fans gibt´s dann auch noch eine Cradle-typische Coverversion von "No time to cry". Wenn ich mir die Songliste so betrachte, erweckt sie bei mir zwangsweise den Eindruck, als würde man sich mit viel unnötigem Ballast auf eine Spielzeit von knapp 50 Minuten quälen, um das Teil als Longplayer verkaufen zu können.Trotzdem stampft "Bitter suites to succubi" immer noch einen großen Teil belangloser Veröffentlichungen dieser Tage in Grund und Boden. Doch auch eine Band wie Cradle Of Filth sollte sich nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen, denn die Konkurrenz schläft nie! Dagger

 

CRADLE OF FILTH

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