Was, so wirst Du Dich vielleicht
fragen, soll in dieser Rubrik eine CD, die ein dreiviertel Jahr alt
ist? Erhört werden, ist die Antwort, hat sie doch über diese
lange Zeit nichts auf meiner Sympathieskala eingebüßt und
es so einfach nicht verdient, jenem nicht mehr zu bewältigenden
Pensum zum Opfer zu fallen, das eine allumfassende Reflexion aller
Neuerscheinungen unmöglich macht.
PLASTIC ASSAULT wurde
im Frühsommer 2001 als das Frontline Assembly Comeback gefeiert.
Diese Verwechslung begründet sich sicherlich im Wunschdenken
einiger Fans der EBM Götter. Zu diesem berechtigten Vergleich
kommt ein Schuß Velvet Acid Christ und eine Prise Endzeitindustrial,
wie gesagt, nur eine Prise, denn es dominieren hier eindeutig die
hektischen, aggressiven EBM Vibes und Einflüsse, ja schlagt mich,
aus dem Punk.
Ja, das ist die prügelnde Antwort auf Weiberelektro, ist genau
das, was einst harten EBM ausmachte und andererseits eine mehr als
nur funktionierende Möglichkeit, diesen Sound in die Gegenwart
zu retten, ohne auf die mittlerweile weit verbreiteten Trance- &
Technoanleihen zurückzugreifen.
Die Homepage der Band ist eine vorbildliche, zweisprachige Ergänzung
des Projektes zu einem Gesamtkunstwerk, denn neben dem passenden,
genialen Style bietet es dem Besucher Texte, Hörbeispiele und
weitere Features an, eingebettet in Sarkasmus und unterhaltsamen Spielereien
(Finger weg!).
Ein Anspieltip wäre Blasphemie. Nennen wir Beispiele: Vor
allem !Splat! ist ein eindrucksvoller Beweis, daß man
auch heute noch diese berühmten drei Buchstaben richtig fett
schrEiBen Muß. Keiner der zwölf Songs
hat auch nur ansatzweise einen Energieabfall aufzuweisen und "Das
letzte Stück Dreck" dürfte endlich mal eine akzeptable
Verwurstung der Robert deNiro- Synchronstimme darstellen. Doch diverse
Samples sind nur, was sie früher schon waren- die Prisen in einer
Ansammlung geiler, direkter Lyrics, die den weitverbreiteten Glauben
an die Inhaltsleere der elektronischen Agro- Mucke endlich wieder
ins Reich der Märchen und Sagen katapultiert. Kompromißlose
Texte mit derber, gesellschaftskritischer und poltischer Attitüde
erfreuen den sonst, wenn es um tanzbare Mucke geht, so vernachlässigten
Geist. Und tanzbar ist PLASTIC ASSAULT markerschütternd gründlich.
Im Rückblick auf ein kaputtes Jahr ist "We Score" dann
doch, sowohl inhaltlich eine nette Zusammenfassung, als auch durch
ihre, trotz der FLA- Zitate einmalige musikalische Innovation, die
beste Electro- CD 2001. Und wehe nicht! Thomas Manegold
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01
crackhead 05:28
02 shotgun blast 05:47
03 pesticide 06:45
04 !splat! 06:24
05 devotchka 05:47
06 zero 06:51
07 the bite 06:17
08 das letzte stück dreck
09 it's ok! 05:45
10 80f...en 04:23
11 strangled 06:24 1
12 collide 07:46
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