|
FIELDS
OF THE NEPHILIM "Fallen"
|
(CD/Oblivion/SPV/2002)
Gothic-Rock/Metal |
|
|
Seit
1991 war es still um die FIELDS OF THE NEPHILIM, eine der Vorreiter
des Gothic Rocks. Es folgten Jahre des begierlichen Wartens, die lediglich
durch Carl McCoys grandioses '95er Solo-Album "Zoon" (als
The Nefilim), sowie einige Compilations mit alten Stücken versüßt
wurden. Anfang 2000 schließlich wurde die Reunion auch offiziell
bestätigt und grandiose Headliner-Auftritte auf diversen Festivals,
quer über Europa, unterstrichen den Ausnahmestatus der Formation.
Doch dauerte es, aufgrund des Perfektionismus von Carl McCoy, noch einmal
bis Oktober 2002, bis das Comebackalbum "Fallen" nun endlich
veröffentlicht wird.
Aber die Fields Of The Nephilim wären nicht sie selbst, wenn hier einmal ausnahmsweise alles nach Plan laufen würde. Nachdem die Reunion vor einiger Zeit wegen angeblichen psychischen Problemen von Carl McCoy verschoben wurde und sich die Aufnahmen über fast 3 Jahre hinzogen, erscheint "Fallen" nun ohne die Einwilligung des exzentrischen Frontmanns mit dem Cowboyhut und dem staubigen Western-Mantel. Im Klartext bedeutet dies, daß das englische Label Jungle, sowie der deutsche Partner SPV die Scheibe im Alleingang veröffentlichen, nachdem die Künstler selbst jegliche Fristen verstrichen ließen. In Folge dessen lehnt es McCoy ab, Interviews zu geben oder anderweitig Stellung zu dem Album zu nehmen, da die Reihenfolge und Betitelung der Songs, nach eigener Aussage, nicht mit ihm abgesprochen gewesen sei. Die Kommunikation zwischen dem englischen Label und Band verläuft mittlerweile nur noch über Anwälte und die Presse und die Fans sind die Leidtragenden. Doch zumindest können diese sich über ein musikalisches Lebenszeichen freuen und darauf sei im folgenden auch der Fokus gerichtet, denn die Musik ist auch auf "Fallen" einmal mehr überwältigend. In der Schnittmenge von "Elizium" und dem McCoy-Solowerk "Zoon" zelebrieren die FIELDS ihren einzigartigen Sound, der von der düsteren, rauen Stimme des Sängers ebenso lebt wie vom charakeristischen Gitarrenspiel und einem Löwenanteil an Reverb, Delay und allen möglichen anderen verfügbaren Effekten, die die CD auch produktionstechnisch auf die Höhe der Zeit hieven. Härtetechnisch
hat man etwas zugelegt und dringt dabei gelegentlich auch in Metal-
und Industrialgefilde vor, ohne dabei jedoch so eine sterile Kälte
aufzubauen, wie es auf "Zoon" stellenweise der Fall war.
Im Gegenteil, diese Platte klingt vom ersten bis zum letzten Ton nach
einer Band und nicht nach am Computer zusammen geschnipselten Fragmenten.
Allen voran die ersten beiden Single-Auskopplungen "From The
Fire" und "One More Nightmare" sind typische Kracher,
wie sie düsterer und bedrohlicher nicht mehr sein könnten.
Aber auch das atmosphärische "Darkcell AD" samt Sprachsamples
oder das eingängige "Deeper" stehen dem in nichts nach.
Zwar bleiben die ausladenen atmosphärischen Momente, die "Elizium"
beispielsweise noch dominiert hatten, weitesgehend aus, aber es ist
dennoch nicht zu erwarten, daß ein Fan der alten Scheiben hier
enttäuscht sein wird. Leider ist das Album mit insgesamt 40 Minuten
viel zu schnell vorbei, da "Thirst" und "Premonition"
lediglich Zwischenstücke sind und die erste Single "From
The Fire" mit knapp 6 Minuten doch tatsächlich schon das
längste Stück ist. Doch so reiht sich ein Durchlauf an den
anderen und ich lechze schon wieder nach mehr. Wollen wir also hoffen,
daß die Rechtsstreitigkeiten die weitere Kreativität von
Carl McCoy und seinen Mannen nicht hemmen werden.
|
Tracklist: 1.
Dead To The World |
|
| Fields Of The Nephilim - www.spv.de |
Kaufen
bei
|
|
| (c) subKULTur 2002 - nach hause - inhalt - archiv - cd kritiken - Fields Of The Nephilim |