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(CD/Pica Rec))
10/ 2002/ Future Medieval |
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Es ist schon erstaunlich, wie es die Mannen von Corvus Corax immer wieder schaffen, mit der schier unglaublichen Limitierung auf alte Instrumente aus der Zeit, als der Mensch noch auf die Straße geschissen hat, sich nicht zu wiederholen, ein Damals immer wieder neu und ehrwürdig zu reanimieren und dabei die Musiklandschaft der Gegenwart einmalig zu bereichern. Das neueste Werk heißt "Seikilos", wurzelt in irgendeiner Inschrift von einem Menschen, den bis dato niemand gekannt hat, und der wahrscheinlich ... naja, die Geschichten um die einzelnen Stücke, die unsere Könige der Spielleute an allen erdenklichen Orten hervorwühlen, um sie neu erstehen zu lassen, sind ebenso interessant und faszinierend, wie die Musik selbst und nachzulesen. Ähnlich wie der Vorgänger "Mille Anni Passi Sunt" eröffnet auch "Seikilos" mit sakralen Gesängen. Die große Überraschnung ist danach die Orientierung an orientalischer und griechischer Musik. Das Exotische, was Corvus Corax dann mit dem chinesischen Kaisermarsch "Chou Chou Sheng" auf die Spitze treibt, läßt das Spiel der sieben noch filigraner und kunstfertiger erscheinen, sodaß "Seikilos" zwar beim ersten Hören keine straighten Hymnen zu bieten hat, dafür aber rattenscharfe Punktierungen und eine Detailverliebtheit, die im Genre "Medieval" sicherlich einmal mehr ganz neue Maßstäbe setzen wird. Die Dudelsäcke bleiben natürlich die dominierenden Melodieinstrumente, doch auch verstärkt Saiteninstrumente und anderes Pustewerkzeug kommt auf Seikilos immer wieder zum Einsatz. Besonderes Ohrenmerk sollte man mal auf das mannigfaltige Schlagwerk legen, was dem diesbezüglich ja fast steinzeitlichen Jetztmenschen mal zeigt, was es zwischen Bassdrum, Snare und Becken noch so alles geben kann. Für alle, die "Fili Neidari", "Skudrinka" oder "Avanti" auf den Tanzflächen nicht mehr hören können... wird "Oro Se Vie" eine willkommene Abwechslung sein. Nach eingehendem Studium des Albums (beim Kochen, Autofahren, heimlich mit Kopfhörer und fett über drei Wege Boxen) kann ich auch den Trötenhassern versichern, daß dieses Lied ein Dauergast wird, ebenso das anfangs so beindruckend intonierte "Cherion". Fazit: Corvus Corax haben sich einmal mehr musikalisch neu erfunden und sich damit auch optisch sehr edel wieder in Szene gesetzt. Die Musiker setzen den einst mit "Viator" eingeschlagenen Weg fort und vereinen Musik und Instrumentarium von (Vor)Gestern mit Spielweisen und Aufnahmetechniken aus dem Heute zu einem idealisierten, tongewordenen Bild, von dem man sich wünscht, es sei das Morgen. |
Tracklist: 01.
Seikilos |
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