| Cosmotron "Antiparallel" |
Erscheinungsdatum:
1. 09. 2003
Label: Pre (Sony) Format: Audio CD (CD-Anzahl: 1) |
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Cosmotron ist ein Phänomen, jetzt schon. Quasi aus dem Nichts scheint ausgerechnet eine deutsche Band so rein künstlerisch alles richtig zu machen, um als Newcomer im großen Berg der Veröffentlichungen zu bestehen. Das sind einerseits genug Parallelen zu den Großen des sogenannten Independent oder Alternative Rock, andererseits genug Eigenständigkeiten, die ein unglaublich starkes eigenes Profil ermöglichen. Da vermutet man Muse herauszuhören, während andere sich an Deftones erinnern, da glimmt ein bißchen Faith No More, sind Elemente, die Placebo ins Gedächtnis rufen, ja, das ist abwechslungsreich und durchgängig ohne Zeitschinder oder Füllmaterial, sympathisch, weil eben nicht typisch "denglisch" und trotzdem nicht "ich will so sein wie"... Intelligentes, nicht "besserwissersiches" Textwerk, weitestgehend ohne den moralischen Zeigefinger, ist das andernfalls so oft vermißte Sahnehäubchen auf dem Leckerbissen für den mit Durchschnittsware überfütterten Konsumenten druckvoller Gitarrenmucke. Zynismus, Ironie, Alltag und immer ein Anflug von Seelenstrip schwingt in den Bildern mit, die Sänger André mit eigenständiger Stimme auf die bestechenden Riffs malt. Der Opener, die Single "The Dog Show", beginnt mit fettem, aggressivem Chorus die Reise. "Circles" kommt anfangs gemächlicher daher, hat psychedelische Ansätze und einen coolen Groove. "Pieces Of Me" hätten Placebo nicht besser machen können. Ebenso ist "Picturefreak" ein Hitanwärter, der sich nicht abnutzt, bevor Cosmotron dann mit experimentelleren Rhythmen abseits der 4/4 aufwarten. "The Antiparallel" besticht mit der Überlegung, daß alles in Kreisen verläuft und sich deshalb zwei Menschen, die exakt gegensätzliche Wege beschreiten, wider der Logik, wiedertreffen, im Endeffekt sich durch die unterschiedlichen Erfahrungen ergänzen und so näher kommen, als es jemals in ewiger Gemeinsamkeit möglich wäre. Das in diesem Fall gar nicht so komplizierte Thema läuft auf die universelle Formel, daß sich Gegensätze anziehen, und in ihren Extremen gleichen, hinaus und sagt einmal mehr, daß eben viele Weg nach Rom führen. Gegen Ende läßt mein Fave "Tram" noch einmal schwer nachdenken, kriecht die Gänsehaut wieder über den Rücken, wenn wir uns in der Straßenbahn Gewahr werden, daß wir uns mit unseren kleinen Revolten zwar über den Alltag retten, uns aber schlußendlich selbst bescheißen. Naja, hinzu kommt eine glasklare und druckvolle Produktion, ein tolles Cover und eine souveräne Internetseite, sodaß die Antiparallele zur Quadratur des Kreises wird. Cosmotron sind anspruchsvoll und nicht kopflastig, eingängig und nicht langweilig, agressiv ohne zu lärmen, progressiv und retro zugleich. Große Acts dieses musikalischen Genres haben größtenteils viel kleiner und ungehobelter angefangen. Kaufen! CD- Vorstellung am 19.09.03 im ID² Bayreuth
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1.The
Dog Show
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