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LACRIMOSA
"Echoes"
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(CD/Hall of Sermon)
02/ 2003 Dark Wave |
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Wie ich bereits
während des letzten Interviews mit Tilo Wolff vermutete, entwickelt
sich das Werk von LACRIMOSA weiter in Richtung klassisch konzertant
und weg von Bratgitarren und metallischen Strukturen. Trotz des Eröffnungstückes
"Kyrie", welches ganze 12 Minuten fast schon sakrale Stimmungen
herbeiführt, ist aber mit einem gänzlichen Bruch mit der
stilistischen Vergangenheit bei Lacrimosa nicht zu rechnen. Das Schaffen
von Tilo Wolff war schon immer ein fließender, in sich stimmiger
Prozeß, was aber nicht bedeutet, daß es für den geneigten
Hörer keine Überraschungen mehr parat hätte. Die erste ist, wie schon gesagt, "Kyrie", ein untypischer Opener, sanft, ergreifend, ja zuweilen mit dem "bombast" der Werke großer Komponisten (nein, ich nenne keinen Namen, ich laß mich doch nicht von frustrierten Experten steinigen ;-) ... der verf. ) erfüllt. Das Stück weckt Sympathien für Spiritualität und klassische Musik Und im Verlauf des Albums wird diese Ambition von Tilo Wolff mit den ausgeprägten stilistischen Merkmalen und den Befindlichkeiten von Lacrimosa gekreutzt. Dabei haben die Werke fast alle Überlänge, sind sehr dicht arrangiert und eindringlich in Szene gesetzt. Klar ist das Leid wieder überdramatisiert und die Inszenierung der eigenen Läuterung Geschmacksache. Klar ist auch, daß man das eigentlich nicht zu erwähnen braucht. Dabei ist aber bemerkenswert, daß es nach "Fassade" Tilo Wolff und Anne Nurmi gelungen ist, sich sowohl qualitativ, als auch inhaltlich zu übertreffen. "Echoes" besteht aus in sich geschlossenen Werken, die wiederum thematisch eine Trilogie ergeben: "Suche", "Hingabe", "Bittruf". Daran ist schon zu erkennen, daß "Echoes" ein sehr religiöses Album geworden ist. Hier geht es um Liebe und seelisches Leiden, um Lobpreisungen und um ... totale Hingabe. Alles in allem ziemlich starker Tobak, wenn man hinhört und versucht, den Sinn dahinter zu verstehen. Gemäß dem Cover empfinde ich beim Hören der CD, daß Tilo Wolff nun die Wasser findet, in denen er sich musikalisch und inhaltlich zu hause wähnt. Jedenfalls erklärt mir "Echoes" die religiösen und weltanschaulichen Ansichten des Urhebers besser, als er es selbst jemals in einem Interview vermochte. Und ein größeres Kompliment dürfte man der Tonkunst wohl nicht machen können, vor allem dann nicht, wenn ihr Urheber und der Protagonist immer mehr verschmelzen.
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Tracklist: |
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