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MELOTRON
"Sternenstaub"
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Erscheinungsdatum:
6. 10. 2003
Label: Synthetic (SPV) Format: Audio CD |
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Kollege Manegold, der meine (heimliche) Vorliebe für süßlichen Synthie-Pop beim besten Willen nicht nachvollziehen kann, stört an MELOTRON seit jeher vor allem das zwielichtige Textwerk. Und damit sind wir gleich zu Beginn dieser Rezension an jenem Punkt angelangt, der die Hörerscharen mal wieder kräftig polarisieren wird.... ...denn musikalisch und produktionstechnisch ist das Viertwerk der ostdeutschen Band mal wieder über jeden Zweifel erhaben. Hier liefern sich wabernde Synthie-Bässe, melodische Synthie Linien und fette Electro-Drums eine wahre Schlacht. Und nicht nur soundtechnisch sind MELOTRON auf dem aktuellsten Stand der Technik, denn auch was Arrangements und griffige Songstrukturen angeht, muß man den drei Herren ein gehöriges Talent bescheinigen und nach ein, zwei Durchläufen erweist sich hier noch jeder Song als schnuckeliger Ohrwurm, dem man gerne Asyl gewährt. Und auch sonst scheint hier jeder Ton an der richtigen Stelle zu sitzen, denn selbst nach mehreren kritischen Durchläufen lassen sich hier keine Schwachstellen entdecken. Stilistisch decken MELOTRON das komplette Spektrum von treibenden Tanzflächenfegern, über radiotaugliche Pop-Songs, bis hin zur sanften Ballade ab. Die Mischung aus Synthie-Pop, Dance, EBM und einem Übermaß an gefälligen Melodien sollte also durchaus ein vielfältiges Publikum ansprechen, das sich aus "Normalos" ebenso rekrutiert, wie aus Grufties und Freunden des Prädikats "Weiber-Electro". Abstand nehmen sollen hier vor allem jene, die mit Musik Attribute wie Aggression, Weltschmerz oder Rebellion verbinden, denn alles in allem gehört "Sternenstaub" zu jenen eher freundlichen und netten Alben, die man sich immer dann einschmeißt, wenn man eins mit sich und seiner Welt ist. Was Leuten, wie besagtem Herrn Manegold, an diesem Machwerk, beziehungsweise an MELOTRON im allgemeinen, so bitter aufstößt ist neben dem Ausbleiben der genannten Faktoren, vor allem diese schlager'eske Süßlichkeit, die sich in Melodien und Texten gleichermaßen manifestiert hat. Das Glatte, das gewollt Gute und der erhobene Zeigefinger des Moralischen.... Eben all jene ungruftigen Merkmale, die kitschige Liebeslieder wie 'Immer Noch' oder 'Manchmal' stellvertretend und überdeutlich unterstreichen. Andererseits muß man Sänger Andy Krüger auch den Mut zur lyrischen Direktheit und einen häufig angedeuteten Sarkasmus zugute halten, wenngleich etwas mehr Metaphorik und Symbolik dem ein oder anderen Text tatsächlich nicht geschadet hätte, denn nicht selten beraubt jene angesprochene Direktheit den Hörer jeglicher Interpretationsmöglichkeit. Bleibt
also ein zwiespältiges Werk, das ich mir, in Momenten der inneren
Ausgeglichenheit, auch in Zukunft gerne anhören werde, und bei
der nächsten Diskussion mit dem Kollegen Manegold habe ich dann
auch gleich ein Argument, weshalb MELOTRON zur Verbesserung der Welt
beitragen. Und so lasset uns Frieden stiften, Liebe verbreiten und
uns sanft im Takte wiegen, während "Sternenstaub" auf
uns herab rieselt....
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Tracklist: 1.
Sternenstaub |
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