CHROMA KEY "Graveyard Mountain Home"

 
Erscheinungsdatum: 8. November 2004
Label: Inside Out (SPV)
Format: Audio CD
 

Chroma Key ist das neue Projekt von Ex-Dream Theater Tastenzauberer Kevin Moore, der seit einiger Zeit in Istanbul residiert und mit "Graveyard Mountain Home" bereits sein drittes Album unter dem Banner Chroma Key präsentiert. Daß die meisten Dream Theater Fans von Chroma Key enttäuscht sein werden, liegt im Sinn der Sache, denn hätte Kevin weiterhin Bock auf grenzenlose Solo-Frickel-Eskapaden gehabt, stünde er schließlich noch bei seiner Ex-Band in Lohn und Brot...

...statt dessen wird Herr Moore mit Chroma Key alleine kaum noch seine Miete bezahlen können und sich von seinen früheren Fans die ein oder andere Schelte gefallen lassen müssen. Mit "Graveyard Mountain Home" wandelt Moore nämlich endgültig auf experimentellen Pfaden fernab traditioneller Hörgewohnheiten. Das Album ist sozusagen der Soundtrack zu dem Film "Age 13" (den es in der limitierten Version als Bonus-DVD dazu gibt...), bei halber Geschwindigkeit abgespielt versteht sich. "Graveyard Mountain Home" ist demzufolge auch ein alles andere als hektisches Album, viel mehr besticht es durch seine entspannte Chill-Out-Atmosphäre. Statt traditioneller Songs oder musikalischem Schauturnen gibt es allerlei Soundexperimente, Stimmfetzen, Geräusche und minimalistische Musik, die irgendwo zwischen Elektronik, zeitgemäßem Jazz, Ambient und Trip Hop hin und her pendelt. Nur sechs Songs enthalten überhaupt Gesang, wobei der Ausdruck 'Gesang' im Falle von Kevon Moore wohl etwas übertrieben wäre, denn er neigt schon fast zum melodischen Erzählen. Das dazu gehörige Instrumentarium ist äußerst breit und deckt nahezu alle Formen von Percussions bis hin zu Glockenspielen, Akustikgitarren und allerlei Synthesizer sowie sicherlich auch ein paar Software-Plugins ab.

Für musikalische Kleingeister und ewig Gestrige, die spätestens mit "Space-Dye Vest" von Dream Theaters "Awake" Album nichts mehr anfangen konnten, wäre "Graveyard Mountain Home" also definitiv eine Fehlinvestition. Wer jedoch offen für wirklich Neues ist und in einem Album mehr sucht, als einen dreiminütigen Radiohit oder einen treibenden Tanzflächenfüller kann hier viel entdecken, denn Kevin Moore ist ein tiefsinniges und detailreiches Album gelungen, das wirklich nur in seiner Gesamtheit funktioniert, vorausgesetzt man nimmt sich etwas Zeit dafür. So lädt "Graveyard Mountain Home" den aufmerksamen Hörer dann zu einer interessanten Reise ein, die - wenngleich anfangs noch etwas verstörend und klaustrophobisch - allerlei schöne Details am Wegesrand bietet, sofern man nur bereit ist, sich darauf einzulassen.

Sascha Blach

 

Tracklist:

1.Acknowledgement
2.Give Up Some
3.Come On To Bed
4.Radio Repairman
5.Graveyard Mountain Home
6.He Started With The Cat
7.Before You Started
8.Miserable Sufferings
9.Come In, Over
10.Pure Laughter
11.Andrew Was Drowning His Stepfather
12.Sad Sad Movie
13.True And Lost
14.Okay ?


 
         
 

Links : www.chromakey.com- www.insideout.de

 
 
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