CRUACHAN "Pagan"

CD Karmageddon Media/Sony)
VÖ 05.04.2004
Folk Metal

Annährend 30.000 Einheiten ihrer bisherigen Alben konnten CRUACHAN bis dato absetzen. Das behauptet zumindest das Labelinfo. Doch angesichts der gebotenen Qualität auf dem mittlerweile vierten Longplayer "Pagan" lässt sich diese Zahl glatt in Frage stellen... zumindest wenn man davon ausgeht, daß alle Freunde heidnisch-keltischer Musik nicht komplett taub sind...

Streckenweise klingt die irische Formation wie eine minderwertige Variante von Skyclad, andernorts vergreift man sich an Elementen des Irish Folk, die in Verbindung mit einigen temporären Black Metal Anleihen eine auf dem Papier zwar interessante, in der Realität aber äußerst zwiespältige Angelegenheit ergeben. Nicht daß ich prinzipiell ein Problem mit derartiger Musik hätte, aber im Falle von CRUACHAN ist die Umsetzung einfach derart dürftig, daß man sich fragt, ob es den Bandmitgliedern schlichtweg nicht zum Musikunterricht gereicht hat, oder ob es vielleicht doch eine gewollte Form der Authentizität ist.

Um es auf den Punkt zu bringen: Die Melodien sind simpel, alles andere als aufregend und nerven bei allzu häufiger Wiederholung ('Ard Ri Na Heireann') sogar und das instrumentale Können der Protagonisten ist äußerst dürftig, da untight, einfältig und das Ergebnis zudem noch dünn produziert. Auch in Bezug auf den Gesang wird es nicht besser, denn während Keith Fays cleane und aggressive Gesänge niemandem wehtun, aber auch keinen bleibenden Eindruck hinterlassen, klingt die Gesangsleistung Karen Gilligan streckenweise richtig fürchterlich ... schlichtweg weil es der schrillen Stimme an jeglicher Form Ausdruck und Charisma mangelt und auch ihre Melodien nicht anders als unkreativ zu bezeichnen sind.

Auch durch das Songwriting kann man beim besten Willen keine Pluspunkte sammeln, denn 08/15-Schrammel-Riffs sowie uninnovative Aufbauten und vorhersehbare Melodielinien langweilen eher, als daß sie begeistern. CRUACHAN verstehen es trotz der Erfahrung von vier Alben also weder die nötige Intensität zu erzeugen, noch dem Hörer emotionale Schauer über den Rücken zu jagen, geschweige denn das Verlangen zu erzeugen, diese CD wieder und wieder zu hören. Einziger Lichtblick ist der Einsatz von folkloristischen Instrumenten wie Violine, Cello, Dudelsack und allerlei Flöten, die dem Album zumindest eine gesunde Unkonventionalität im gleichförmigen Metal-Dschungel verleihen.

Das treibende Gute-Laune-Instrumental '1014 A.D.' und das nachfolgende Traditional 'Some Say The Devil Is Dead' im Pogues-Stil wissen dann sogar ein wenig zu begeistern, sind als Lichtblicke aber alleine auf weiter Flur. Somit ist "Pagan" zwar kein kompletter Reinfall, aber in seiner Gesamtheit schlichtweg enttäuschend und qualitativ in vielen Bereichen noch zu stark verbesserungswürdig!


Sascha Blach


Tracklist:

1. Michael Collins
2. Pagan
3. The Gael
4. Ard Ri Na Heireann
5. The March To Cluain Tairbh
6. Viking Slayer
7. 1014 A.D.
8. Some Say The Devil Is Dead
9. Summoning Of The Sidhe
10. A Thousand Years
11. Lament For The Wild Geese
12. Erinsong
13. The Fall Of Gondolin

   

Links: www.cruachan.cjb.net

 
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