Elis "Dark Clouds In A Perfect Sky"

 
Erscheinungsdatum: 4.10.2004
Label: Napalm Rec (SPV)
Format: Audio CD
 

Wer dereinst fleißiger Asterix & Obelix Leser war oder die Freuden des schulischen Lateinunterrichts genießen durfte (zumeist war das wohl der Pausengong), ist wohl mit dem Ausspruch “repetita non placent“ (Wiederholungen gefallen nicht) vertraut. Wahrscheinlich ist dieses Zitat auch im Buch „Latein für Angeber“ zu finden, aber das ist ein anderes Thema... Wie komme ich von Wiederholungen auf Elis?

Die neue Elis Scheibe „Dark Clouds In A Perfect Sky“ (wie trefflich der Titel tatsächlich war, sollte sich erst später herausstellen) war eine der CDs, die ich ToM in Sekundenschnelle aus den Händen gerissen habe. Die ersten drei Lieder entsprachen meiner vorfreudigen Erwartung, bis sie sich immer und immer wieder wiederholten. Nein, die CD war nicht auf Repeat! Die Songs - die rein handwerklich und klanglich eine runde Sache sind - verliefen nur leider alle immer nach dem gleichen Schema. Nicht jeder will 12 mal das gleiche Lied hören, auch wenn es wirklich gut ist. Das wäre in etwa genauso qualvoll, wie jeden Tag das Selbe zu essen. Jahr ein und Jahr aus. Hab da mal was von einem Italiener im Fernsehen gesehen, der jeden Tag Ravioli aus der Dose aß und die ganze Speisekammer damit voll hatte, aber zurück zum Thema...

Elis! Außerdem kennen wir das nicht schon alles? „Ich hab das alles schon gesehen. Ich hab das alles schon gehört“ (Sorry, Nachwirkungen vom kollektiven Illuminate Zwangshören) Klar, das ist doch jetzt auch in den Charts groß im Kommen – Nightwish, Within Temptation und Leaves’ Eyes. Also, wie backe ich mir eine Band? Man nehme: Erst mal ein paar Jungs, die gut musizieren, dann eine Frontfrau mit hübscher Stimme, die schöne lange Haare hat und in einer Korsage richtig gut aussieht... Da hilft es auch nicht, daß Elis eigentlich eine ursprünglich eigenständige, gewachsene Band ist. Das Vorgänger Album hatte zwar seine Eckchen und Kanten, jedoch sind mit diesen auch die Eigenständigkeiten von Elis verschwunden. Die Band paßt in besagtes "Gothic Metal mit Frontfrau" Korsett. Endlich können sich Grufti-Männchen an ihren Weibchen rächen, welche all die demütigenden Jahre bei Blutengelkonzerten in die erste Reihe stürmten, um sich ein Autogramm auf die nackte Haut geben zu lassen... (Das GroupieSyndrom ist ein weibliches, wir Männer tun sowas nicht, wir finden das albern. ToM)

Um zum Anfang zurückzukommen, denn wirklich alles kehrt immer wieder, selbst das Cover erinnert plötzlich fatal an Pitchfork... Man fragt sich: Wie viele Bands nach dem gleichem Strickmuster haben in einer Sparte Platz... und wie lange dauert es noch, bis sich alle an Ravioli sattgegessen haben.

Nadine Judas

 

Tracklist:

Der letzte Tag
Anger
Lost Soul
Perfect Love
Heart in chains
Die Zeit
Black Angel
Devil Inside You
Rebirth
Are You Missing Me
Ballade

 
         
 

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