HATE SQUAD "H8 For The Masses"
 
Erscheinungsdatum: 14. Juni 2004
Label: Swell Creek (Soulfood)
Format: Audio CD
     
Anfang bis Mitte der 90er Jahre galten HATE SQUAD als eine der hoffnungsvollsten deutschen Neo-Thrash Bands und mit Alben wie "Theater Of Hate" (1994) und "I.Q. Zero" (1995) legte man wichtige Grundstein für die heute boomende Metalcore-Szene bevor man dann einige Zeit und zwei Alben später ("Subzero" und "Pzyco!") sang- und klanglos von der Bildfläche verschwand.

Dieser Tage steht nach sieben Jahren Pause also das große Comeback an, für das man den zum Bandlogo passenden Titel "H8 For The Masses" gewählt hat. Und in die selbige Masse schleudert man in altbekannter Manier 10 Hassbrocken, als hätte es die Pause nie gegeben. Zwar ist der Sound mittlerweile etwas zeitgemäßer und nicht jeder Song kann auf Anhieb überzeugen, aber nach einer kurzen Zeit der Eingewöhnung macht's dann doch kräftig "Wums" und man geht fleißig mit. Zwar haben die Niedersachsen im Vergleich zum mega-aggressiven "I.Q. Zero", das damals das Maß aller Dinge war, einen Gang zurück geschaltet und flechten hier und da auch Ansätze einer Melodie ein ('We Are Amused' oder '...But The Fight Goes On'), aber über weite Strecken dominiert wüster Metal-Core mit dezenten Thrash und Punk-Einflüssen. Dazu gibt es gesellschafts- und sozialkritische Texte, die kein Blatt vor den Mund nehmen und deutlich machen, daß es auch zehn Jahre nach "Theater Of Hate" vieles anzukreiden gibt in unserer modernen Welt.

Burkhard Schmitt shoutet seine geballte Aggressionen mit noch rauerer Stimmfärbung in die Welt als Mitte der 90er Jahre und klingt dabei wie ein echter Hardcore-Maniac, während der Rest seiner mittlerweile komplett kurzhaarigen Mitstreiter dazu einmal mehr brettharte Mosh-Riffs und knallige, sofort mitreißende Rhythmen aus den Boxen schleudert. Technisch angehauchte Musik war noch nie die Passion von HATE SQUAD und so tritt auch dieses Comeback-Album ohne progressiven Firlefanz direkt in den Allerwertesten und lädt zum wütenden Mitgrölen ein, allen voran die beiden eingängigen Eröffnungsstücke 'H8 For The Masses' und 'Walls' sowie das charakteristische 'Time Fore Revenge'. Entsprechend hängt der Wiedererkennungswert der Stücke vor allem am Gesang, denn die Gitarren-Riffs sind leider weder sonderlich eingängig noch abwechslungsreich, aber vielleicht ist das Problem auch einfach, daß Musik, die vor zehn Jahren noch erfrischend klang, heutzutage aufgrund der geänderten Hörgewohnheiten und der verbesserten allgemeinenen Qualität nicht mehr das Non-Plus-Ultra, sondern nur noch eine Platte unter vielen ist. Und so ist nicht davon auszugehen, daß der Band mit "H8 For The Masses" noch einmal der große Wurf gelingt, nicht zuletzt, weil man mit dem kleinerem Label Swell Creek (dessen Eigentümer HATE SQUAD Bassist Bauke De Groot ist) auch kleinere Brötchen backen muss, aber genauso wenig ist damit zu rechnen, daß die Fans von früher enttäuscht sein werden!

Sascha Blach

www.h8forthemasses.com

 

 


Tracklist:

1.H8 for the masses
2.Walls
3.Don't forget
4.Raging hate
5.Never give up
6.We are amused
7.Time for revenge
8.Rrrroar!
9.Burn in hell
10.....but the fight goes on


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