Illuminate "Augen Blicke"
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Erscheinungsdatum: 27.09.2004
Label: Gallery-Records 2004 Format: Audio CD |
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ILLUMINATE kann auf eine einzigartige Bandgeschichte zurückblicken, die sich nun mehr schon über 11 Jahre und 8 Studioalben erstreckt. Mit „Augen Blicke“ liefert die Band, die inhaltlich immer nur zurück oder in die Sterne zu blicken scheint, erneut ein Album ab, das unbeirrt und unüberraschend dem bisherigen Stil entspricht. Wie gehabt säuselt Johannes Berthold seinen Welt- und Herzschmerz in den Äther hinaus. Überhaupt hat man den Eindruck, überall herrscht nur noch Trauer und Betrübnis... Genauso wie neulich auf dem Bayreuther Hauptmarkt. Es wird langsam Herbst. Das Wetter schlägt von „Mein Gott, ist es heute wieder unerträglich heiß.. Das ist ja nicht zum Aushalten!“ nach „Der andauernde Regen und die Kälte machen einen noch depressiv,“ um. Man könnte fast glauben, das ganze Jahr wären die Witterungsverhältnisse unangenehm. Ja, ja das Leben ist hart! Die liebe Oma Helga und die Oma Marta unterhalten sich mal wieder – wie immer wenn sie auf den Bus warten - über ihre vielen Wehwehchen. Das sie eigentlich nichts über einander wissen als ihre gegenseitige Krankengeschichte, ist ja eigentlich egal, denn Jammern macht Spaß und erst wenn’s einem so richtig schlecht geht, hat man auch wirklich was zu erzählen. Diesem Credo scheint auch Illuminate zu folgen... „Verzeih’
mir!“ ruft wehleidig das zweite Lied der CD aus. „Das kann ich nicht,“
zische ich böse zurück. Das Klavier klimpert betroffen im Hintergrund,
das musikalische Niveau schwenkt in die Hemisphäre von Bierzelt - Schunkelmusik
alla Patrik Lindner ein. Unweigerlich drängt sich dem Hörer der Eindruck
auf, daß es sich nur noch um Sekunden handeln kann, bis ein Betroffenheit
heuchelnder Klatschreporter aus dem Nichts erscheint und einen dramatischen
Suchaufruf des Kaliber von „Bitte melde dich!“ anmoderiert. Das
Herzeleid tröpfelt und trieft wie lauwarmer Champagner ohne Kohlensäure!
Ach wie sehr die Blutpumpe doch schmerzet und pochet in der Brust! Sei
mal ehrlich - Du willst doch eigentlich nur das dich einer mal ganz
arg.....durch....knuddelt und in den Arm nimmt, dazu vielleicht noch
ein paar Kerzen anzündet, um dann schließlich den Tanz mit dem schwarzen
Schleier zu tanzen. Kannst Dich ruhig trauen es zu sagen. Dann geht’s
dir doch sicher besser, oder? Seit wann ist denn abgestandener Liebeskummer
ansprechend? Er macht nicht attraktiv, nein er verursacht doch nur geschwollene
rote Schweinsäuglein, Schlaf - und Lustlosigkeit... „Werd
ich zum Augenblicke sagen: Verweile doch! du bist so schön! Dann magst
du mich in Fesseln schlagen, Dann will ich gern zugrunde gehn! Dann
mag die Totenglocke schallen, Dann bist du deines Dienstes frei, Die
Uhr mag stehn, der Zeiger fallen, Es sei die Zeit für mich vorbei!“
Richtig, dieses Zitat ist aus Goethes Faust I. Auf dieses Stück
Weltliteratur versucht schon das Intro „Augenblick....verweile doch!“
anzuspielen, doch allein durch den Verweis auf einen literarischen Klassiker,
kann man sich nicht aus der Talsohle der Schmacht - Schmonzette erretten,
vielmehr gleitet man an ihren klitschigen, verschleimten, rosaroten
Hängen nur noch weiter ins Elendsloch des Wehleidsgeseiers hinab. Der
einzige Glücksmoment von „Augen Blicke“ ist der, an dem man endlich
auf Eject drücken kann und sich aus dieser musikalischen Misere befreien
kann. Die Seele des Hörers ist also sicher und man muß sie nicht
weinenden Auges dem Schnulzenbarden von Illuminate überlassen. |
Tracklist: Intro "Augenblick...verweile doch!"
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