AUTUMN "Summer´s End"

 

Erscheinungsdatum: 25.09. 2004
Label: Universal
Format: Audio CD

 

Im Anbetracht des milden Winters leisten wir uns einen Rückblick auf den Herbst. Die Niederländische Gothic Metal Combo AUTUMN hatte die obendrein passend betitelte Scheibe "Summer´s End" bereits im September 2004 pünktlich zum Herbstanfang der Öffentlichkeit vorgestellt und ist eines jener guten, jedoch weitestgehend unerhört gebliebenen Auswüchse des Gothic Metal mit Frauengesang, im Schatten der Chartbreaker Nightwish & Within Temptation.

Allerdings ist der Name für eine Band im Internetzeitalter vollkommen ungeeignet und die Assoziation mit dem Albumtitel überfordert jede Suchmaschine. Dann hat die Band komischerweise jede Firma, deren Instrumente sie benutzt, mit einem Link im Booklet bedacht, jedoch es versäumt, etwas für die eigene Erreichbarkeit zu tun. Das ist ein fataler Fehler, besonders, wenn man sich durch ein eher passives Management vertreten weiß. Das sich Qualität auch so durchsetzt, ist ein Ammenmärchen.

Dabei hat gerade Autumn jenes Appeal, wovon die meisten Combos dieses blühenden (oder bereits welkenden) Genres noch nicht mal träumen. Atmosphäre, Seele, Schmerz, Wehmut und das gänzlich ohne Peinlichkeit. Die Stimmung auf dem Album macht dem Namen alle Ehre. Sängerin Nienke de Jong hat eine große, berührende Stimme, überrascht mit kraftvollem Gesang, der eben nicht auf die besagten Großen des Trends paßt, sondern sehr eigen ist. Ebenso überzeugt die Musik als geschlossenes Ganzes, klingt wie aus einem Guß, zuweilen etwas dumpf, wobei das der Stimmung und der Eigenständigkeit des Werkes zuträglich ist. Keine Gitarre überragt, kein Keyboardsound nervt, keine imaginären Streicherheerscharen, die musikalische Löcher und tonale Schwächen zumüllen. Die sind nämlich nicht vorhanden.

Kratzt man sich den Schmand der anerzogenen Hörgewohnheiten aus den Ohren, stellt man fest, daß man die maximale Komprimierung der Klampfen keinesfalls vermißt. Vielmehr ist Autumn gewachsener, beseelter Gothic Doom Metal, von Leuten, die ihr Handwerk verstehen. Die Melodien sind groß, aber für einen StreifenhörnchenMetalHasser eben nicht zu pathetisch. Baßist Meidert Sterk gesellt sich bei manchen Stücken zur Frontfrau ans Mikro, röchelt seinen Gegenpart sehr überzeugend, sodaß dabei Erinnerungen an die ganz frühen Theatre Of Tragedy Zeiten aufkommen.

Aber das erschöpft den Gehalt von Autumn keinesfalls. "Summer´s End verdient den Namen Album, wie sehr wenige vergleichbare Werke, nicht nur die Lieder sind qualitativ konstant, auch paßt das Booklet perfekt zur Musik und zu den Texten, die mystische Themen aufgreifen, sich aber auch metaphorsich um persönliche Empfindungen und Erlebnisse ranken, die dem Sterben, der Vergänglichkeit und der Sehnsucht, dem Ewigen gleichermaßen huldigen.

Ansonsten erinnern Stimmungen mich eher an Anathema, The Gallery, an klassischen Doom Metal und ... ja an den guten Gothic Rock, sodaß ich auch den Hörern besagter Genres dieses Album ans Herz legen möchte, denn auch der nächste Sommer wird enden.. bestimmt.

Thomas Manegold

 

Tracklist:

1. The Coven (The Witch In Me Part II) 3:45
2. Gospels In Dusk (The Witch In Me Part III) 4:34
3. Gallery Of Reality 6:04
4. Silent Madness 5:18
5. Vision Red 5:53
6. Lifeline 5:52
7. This Night 4:06
8. The Green Angel 5:51
9. Whispering Secrets 4:25
10. Summer's End 5:00
11. Solar Wake 5:27

 
       
 

Links : http://www.autumn.nu/

 
 
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