| DAS ICH "LAVA" |
Erscheinungsdatum:
28. Juni 2004
Label: Massacre (Sony) Formate: 2x 1 Audio CD; |
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DCD/
DVD Box; 1CD plus DVD
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Die Apokalypse ist bislang nicht eingetreten, jedoch schien in diesem Zusammenhang ANTI CHRIST 2002 das richtige Album zur richtigten Zeit gewesen zu sein. Einserseits stopften ausgerechnet die Urgesteine den toten schwarzen Vogel wieder mit jenen Inhalten, die ihm einst und heute sein obskures Leben einhauchten. Andererseits klopfte der Tod damals auch ganz leise an die Türen unserer Wohlstandsgesellschaft... hallo.... Die Bedrohung
war plötzlich nicht mehr kahl, sondern hatte einen Vollbart und
einen Turban. Heute hat sie Sterne und rotweiße Streifen...
der Buhmann für die Masse ändert sein Antlitz ständig.
Was das alles mit DAS ICH zu tun hat? Auch hier geht es um Leben und
Tod, zumindest rein textlich und eben nicht, wie im Fernsehen, sondern
aus einem fragenden, in Frage stellenden Individuum heraus. LAVA
ist so etwas wie eine innere Suche mit positiven Ausgang, oder
sagen wir... mit einem Ergebnis, denn sicherlich wird so mancher meine
Verzückung nicht teilen, wenn man sich zu virtuosen, zum Teil
dissonanten Klängen ein verbales Blutbad gönnt, sich in
Abgründe mitreißen läßt, Zwiesprachen mit Gott
und dem Teufel miterlebt... und im Endeffekt diese Dinge doch alle
selbst gebiert, unter Schmerzen, versteht sich, so wie die Masse sich
ihren Buhmann schafft, wenn sie ihn braucht... Ein Jahr nach der musikalischen und optischen Neudefintion "ANTI CHRIST" hatte DAS ICH eine, in vieler Augen längst überfällige "Best Of" veröffentlicht und scheint nun den jährlichen Turnus einhalten zu wollen. "LAVA" macht da weiter, wo "ANTI CHRIST" aufhörte. Auch Anno 2004 ist da, wo "DAS ICH" drauf steht, auch "DAS ICH" drin. Man hört immer noch sofort, wenn Bruno Kramm in die Tasten greift und auch nur ein Laut aus Stefan Ackermanns Mund ist sofort unverkennbar. In diese Konstellation brachte Neuzugang Kain Gabriel Simon (Live Keys) erfrischende Zweitstimmen ein. Textlich gehen die Herren dann auch keine gänzlich neuen Wege, sind aber weit davon entfernt, sich inhaltlich zu wiederholen. An den Zeitgeist angepaßt hat man sich lediglich, was die Formate des Albums betrifft. Auch DAS ICH bieten zu "LAVA" mehrere Möglichkeiten, das Album käuflich zu erwerben. Wir reden hier vom "eigentlichen" Album "LAVAglut" und berühren die Zugaben nur nebenbei. In der Tat ist "LAVA asche" lediglich das Sahnehäubchen, zu übermächtig ist der große rote Bruder, dem man anhört, wo die Gewichtung bei der Produktion lag. Die gelben Club Versionen hatten darüber hinaus wohl auch den Nebeneffekt, daß man bei den "Originalen" überhaupt nicht auf Tanzbarkeit oder andere Ansprüche von "Außen" schielte, sondern frei agierte. Und wie das eben so ist, wenn man aufhört mit (ver)suchen, dann findet man. Soundtechnisch ist "LAVA glut" nämlich das bis dato beste Album von DAS ICH, denn es wartet sowohl mit musikalischem Druck, als auch mit guten Stimmen auf, die bei DAS ICH gern in den wirr-tuosen Klangspuren etwas untergingen. Außerdem scheinen mir alle Einflüsse, die Das Duo in 14 Jahren Bandgeschichte verarbeitete, vereint. So paßt LAVA glut zu den melodischen, klassischen DAS ICH ebenso, wie zu den Zeiten, in denen der Industrial bei DAS ICH Einzug hielt. Ausgerechnet das sehr klassische, melodische Album, dem ein komplettes Pedant für den Tanzflur gegenübersteht, hat trotzdem Stücke zu bieten, die sich fast alle auch für den Club eignen. ("Vulkan") Lieder, wie "Wiege" entpuppen sich als wahre Ohrwürmer, was an der sehr organischen Instrumentierung liegt, und an den bestechenden Choruspassagen, die eben einen "Hit" ausmachen. Textlich sind DAS ICH weiterhin so t(r)iefschürfend, kontrovers und zuweilen wohl für den "Normalo" total krank (zumindest nehme ich das an...). Jedoch gesellt sich zu den auf den ersten Blick "genreüblichen" Themen immer der philosophische und auch dichterische Anspruch. Aus dem nihilistischem Ansatz erstehen die morbidesten Liebeserklärungen und münden in eine stellenweise verzweifelte Suche nach Wert und Sinn der Existenz, "LAVA asche" knüpft genau da an, wo ein gewisser Ronan Harris mit seinem Remix von "Destillat" einst anfing. Das glutige Erinnern an alte "Propheten"- Zeiten muß den wuchtigen Beats weichen. So wird zwar mancher glutige Höhepunkt wirklich ein eingeäschert, doch läßt die Disko- Variante des neuen Albums in Punkto Floortauglichkeit keine Wünsche offen und hat u.a. mit "Uterus" auch einige würdevolle Nachfolger für unser heißgeliebtes "Destillat" zu bieten. Also ist die XXL Variante mit Bonusmixen von Terminal Choice & Wumpscut durchaus kaufenswert, da beide LAVA Alben ihre Welten haben, ihr Publikum und ihre Orte finden werden. Lava an sich ist das Meisterwerk, das wohl keiner erwartet hat, weniger plakativ, als das "ketzerische" Comeback. Der Hörer sollte sich durch das ganze Primborium drumherum nicht beirren lassen, denn wenn es zur Zeit eine CD gibt, die ohne den ganzen Bonus- Firlefanz auskäme, dann ist es LAVA von Das Ich. Für eine Musiksparte, die gerade in einer Sackgasse an ihren eigenen Plattitüden, an Kitsch und Krampf zu ersticken droht, ist sie eine Offenbahrung und inhaltlich, wie musikalisch richtungsweisend.
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Schwarzer
Stern DAS
ICH veröffentlichen das Album "LAVA" in zwei Versionen.
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