KiEW "Audiotherapy" |
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Erscheinungsdatum:
15.11. 2004 |
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1998 wurde ihr "Blutrausch zum Feierabend", vollkommen ohne Labelsupport, der Tanzflurhit schlechthin. Doch Andreas Thedens und Konsortium übertrafen sich selbst. Mit dem Album "Divergent" begannen sie zum Teil augenzinkernd, zum Teil abgründig kreativ, das Thema "Irrenhaus und Insassen" zu beackern und damit zu einer festen Instanz in der Electro- Industrial Szenerie zu werden. Das setzen sie nun, mit dem zweiten Album konsequent fort. Der thematische Rahmen erfährt schon in der einleitenden "Anstaltsordnung", seine Vollendung, da man eigentlich alle musikalischen Stationen von Kiew in dieser Einführung verwurstet und sich selbst in das Zimmer 72 einliefert. Dann rumpelt auch schon das zuvor ausgekoppelte "Nachtwache" los. (augenzukneif) Ein beklemmendes Sample, der Vorschlaghammer (groß) immer auf den Hinterkopf (fester fester) und der Vorschlaghammer (klein) immer auf den rechten großen Zeh... dann break, dann umgekehrt. Die drei von KiEW beherrschen diese Kunst des neuzeitlichen Clubhits meisterhaft, Und auch 2005 ist eines erstmal sicher: KiEW gehört zur lärmenden Fraktion der Tanzmusikanten. Jedoch ... die drei (???) ruhen sich darauf nicht aus (nein, nein), sondern geben sich extrem experimentell (was passiert mit dir, wenn ich da drauf drücke) und verwursten bei ihrer "Audiotherapy" so ziemlich alle Stilistiken elektronischer Tanzmucke. Ja, die "Audiotherpapy" hinterläßt nicht nur durch Drillbohrersounds (nah, tuts weh) und Verzerrer (ahhhhh) Kopfschmerzen, sondern will in der Tat auch erschlossen werden. Zwar sind mit besagter "Nachtwache" und mit "Synapsenbrecher" zwei synapsenbrechende und beinmuskulaturbeanspruchende HauDraufNummern dabei, jedoch ist der Rest keinesfalls so plakativ, wie wir es derzeit vermehrt und allerortens zu hören bekommen. Vielmehr treffen wir hier auf tongewordene Persönlichkeitsspaltungen, zerstückelte Dialoge, unverständliche Silben und Geräusche, die aneinandergereiht, übereinandergestapelt, an den Haaren durch Effekte geschleift, doch tatsächlich ein Bild erzeugen... von dem Irren in uns allen ..... (kicher, augenroll), von dem Ort, wo sie uns hinbringen wollen ("Anstalt"). Das ist Tonkunst, die dem Neugierigen eindrucksvoll demonstriert, wie die Pillen wirken, die wir immer zum Frühstück bekommen. (du sollst den mund aufmachen.... ahhh, ... braaav) Damit macht das Trio (oder das Septett) irgendwie etwas richtig. Es behält sein Individualität und bewegt sich weg vom plakativen Einheitsbrei. (Von dem die Schwester immer wieder sagt, daß wir ihn aufessen sollen) Die Bonus DVD enthält ein idyllisches Video zu "Nachtwache", das Video zu "DCD Disk" und einen LiveMitschnitt und ist somit auch der große Schatten, den das Ereignis vorauswirft, daß da heißt: Live in Zapfendorf :-) Industrialfraktionspflichtkauf. ("Mein Name ist Legion, denn wir sind viele.") |
Disc 2 |
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