MIND
IN A BOX ist ein neues Projekt, das bei Dependent eine Heimat gefunden
hat. Eigentlich wie immer, macht sich Dependent damit einmal mehr
zum Markenzeichen grandioser elektronischer Musik jenseits aller Klischees
und Schubladen, die sich immer dann gierig öffnen, wenn es was
zu kategorisieren gibt. Und wir bösen Schreiber liefern solche
Bands und Projekte immer gern diesen Schubladen aus, per Drag &
Drop, zerlegt und filetiert. MIND IN A BOX spielt mit Melodien und
Sounds, die ich in einem anderen Kontext hassen würde, vielleicht,
weil irgendein Klischee es mir vorschreibt, denn irgendwie ist das
Technopop, könnte mit Jamba- Klingelton ohne Probleme all diese
verpönten Konsumentenheerscharen erreichen. Und das widerstrebt...
...denn so würden sich die verachteten Menschen jenseits der
kommerziellen Kotzgrenzen doch mal tatsächlich was Ordentliches
reinziehen, und das zudem für einen achtsamen Dauersonderpreis,
denn Künstler und Label haben sich gemeinsam auf Maßnahmen
geeinigt, den Endverkaufspreis zu senken und rufen sogar auf, sich
zu melden, sofern es die CD nicht zum angestrebten Endpreis von 11-
12 EURO zu haben gibt.
So trance- & poplastig das Debütwerk auch anmuten mag, es
steckt Konzept und Inhalt dahinter. Und natürlich jede Menge
Style. Kein Sound ist deplatziert, kein Vocoder zu aufdringlich. Nach
dem kollektiven Mißbrauch ganzer Effektreihen bis zum BlowOut
zeigt MIND IN A BOX, wofür diverse Spielereien gut sein können,
wenn man nicht den Trends hinterher schraubt, sondern vordergründig
Stimmungen fabrizieren will. Und so wechseln sich verfremdete männliche
und weibliche Stimmen ab, gibt es mal seichte, dann wieder treibende
Parts, die sich zu einem abwechslungsreichen Ganzen verweben, in dem
Musik und Text eine genreuntypische Einheit werden, die weder aufdringlich
noch belanglos ist. Kein Song (ja, Song) gleicht dem anderen, obwohl
alle einen hohen Wiederkennungswert aufweisen.
Also ist die Box, in der sich jener künstlerische Mind bewegt,
riesengroß, ein Hort, der kein Klischee beheimatet, aber es
erlaubt, mit ihnen zu spielen. Ich kann diese CD deshalb jedem Empfehlen,
der auf gelegentliche groovige Technobeats nicht vorbelastet allergisch
reagiert, den Melancholikern ebenso, wie den Traumtänzern- und
den Ivory Frequency- Sympathisanten sowieso. MIND IN A BOX ist zudem
eine Vollbedienung für alle SciFi- Ästheten, denn wäre
"i, Robot" nicht so traurig, würde MIND IN A BOX wunderbar
in die dort stilisierte Zeit reinpassen, ja kommt mir zuweilen vor,
wie das, im besagten Kassenschlager fehlende, symbiotische Begreifen
von Man & Machine. MIND IN A BOX entpuppte sich auf unzähligen
Autofahrten als eine meiner momentanen Lieblingsscheiben, ist sehr
eingängig und doch unglaublich resistent gegenüber jeglichen
Abnutzungserscheinungen... Vielen Dank!
Thomas
Manegold
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Tracklist:
a..
Light and Dark
b.. Change
c.. Falling
d.. You will see
e.. Questions
f.. Waiting
g.. Lost Alone
h.. Walking
i.. Take my Soul
j.. Forever Gone
k.. Lost Alone 2
l.. Leave
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