MORTIIS "The Grudge" |
Erscheinungsdatum: 13. 09. 2004
Label: Earache Format: Audio CD |
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Die wohl bekannteste Nase des Metal und Gothic Bereichs ist zurück mit einem neuen Album, das unterstreicht, daß der exzentrische Norweger nicht nur in seine Optik viel Zeit investiert, sondern auch in seine Musik... Die Geschichte dürfte - zumindest Insidern - bekannt sein: Zunächst Bassist bei den Black Metal-Ikonen Emperor Anfang der 90er Jahre, dann Rausschmiß und Solokarriere als Nasenmodell & Spitzohr mit simpler Keyboard- Ambient- Musik unter dem eigenen Künstlernamen MORTIIS. Und während seinerzeit über die Musik stets weniger Worte verloren wurden als über die Optik (einfach, weil die meist instrumentalen Keyboard-Flächen reichlich unspektakulär waren), änderte sich das mit "The Smell Of Rain" im Jahre 2001 schlagartig. Das Album markierte eine wahre Metamorphose, denn plötzlich verwendete Mortiis nicht nur Gitarren und Rhythmen, er sag auch richtig und stellte klar, daß er gute (!) Songs (!) schreiben konnte. Drei Jahre hat er sich für den Nachfolger "The Grudge" Zeit gelassen und diese Zeit ist auch an MORTIIS nicht spurlos vorbei gegangen, denn wo auf "The Smell Of Rain" noch melodisch- poppige Electro-Songs mit starker Wave/Gothic Schlagseite das Geschehen dominierten, herrscht mittlerweile ein Hang gen Industrial und kräftiger Gitarrensalven. MORTIIS Gesang ist zumeist kräftig verzerrt und auch was die Programmings, Synthies und Loops angeht, hat man mit Effekten nicht gegeizt. So entstand ein durchwegs zeitgemäßes, relativ hartes und im Vergleich zum Vorgänger weitaus komplexeres Album, das nicht selten Erinnerungen an Nine Inch Nails oder Skinny Puppy aufkommen läßt. Beim ersten Durchlauf wirkt vieles noch wirr und uneingängig, da man sich von Seiten der Künstler nicht auf das Wesentliche konzentriert hat, sondern der Kreativität freien Lauf gelassen hat. Es wabbern die Oszillatoren, es dröhnen die Arpeggios und es wummern die Gitarren, so daß man als Hörer schon eine Weile braucht, um in den dichten Soundbrei einzudringen. Auch der Melodiegehalt wurde zugunsten der Härte deutlich zurück geschraubt. Doch wenn man dann den zweiten und dritten Durchlauf hinter sich hat, beginnen auch die Stücke auf "The Grudge" langsam Formen anzunehmen und man erinnert sich an die durchaus eingängigen Strukturen des Titelsongs, des rhythmisch-hypnotischen "The Worst In Me" oder des 80s Pop auf Acid-mäßigen "Le Petit Cochon Sorrdide" auch noch wieder, wenn die letzten Töne des ruhigen Outros "Asthma" schon längst verklungen sind. Alles in allem kann man also von einem gelungenen "Zweitwerk" sprechen, und daß dieses dem geneigten Hörer etwas Zeit abverlangt, werte ich nun einfach mal als positiv. |
Tracklist: 1.Broken Skin |
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