3 DOORS DOWN "Seventeen Days"

 

Erscheinungsdatum: 14. Februar 2005
Label: Universal (Universal)
Format: Audio CD
Alternative Rock

 

Auf dem Cover ist die Tafel reich gedeckt mit Früchten des Herbstes, rotem Wein, einem Wolfspelz und - für die Kinderfreunde unter uns – einem Baby. Wie schon das Cover verspricht, ist das 3. Studioalbum, das Brad Arnold (lead vocals), Matt Roberts (guitar), Todd Harrell (bass) und Chris Henderson (guitar) aufgenommen haben, sehr abwechslungsreich und interessant, sowohl für Leute, die seit der sensationell erfolgreichen Debütsingle „Kryptonite“ auf die Band schwören, als auch für Menschen, die einfach nur innovative Rockmusik für gehobene Ansprüche als Dinner bevorzugen.

Wäre diese Platte „Seventeen Days“ eine Speise, würde sie auf einem massiven silbernen Teller aufgetischt werden, in voller Hitze, aromatisch würzig, vor sich hin dampfend. Fette, treibende Gitarrensounds werden mit Trommelwirbeln in die Gehörgänge gepusht. Da möchte man lieber auf dem Tisch tanzen, als still sitzen. Die eingängig kraftvolle Stimme des Sängers überzeugt in allen Gemütszuständen, von aggressiv bis samtig. Bei den ruhigen Sachen wie „Here by me“ oder „Away from the sun“ unterstützen atmosphärische Streicher sein Sehnen. Eines der Sahnehäubchen ist unzweifelhaft „Landing in London“, ein wundervoll arrangiertes Liebeslied im Duett mit dem legendären Countrysänger Bob Seger.

Die Texte sind mehr, als nur eine kleine Beilage, die unbeachtet neben dem Hauptgang „Melodie“ irgendwo am Rand liegt. Es geht um verbotene Früchte, ausklingende Lieben, Verlogenheiten und Gefahren, und um Weiterentwicklung. Eben, wie das Cover schon verspricht. Die Musik ist sogar so gut, daß sich der Text noch nicht einmal reimen muß, um dazu zu passen. Und obwohl auf Schüttelreime und markige Mitgröhler ganz verzichtet wird, ist es jedem halbwegs gebildeten Primaten auch vergönnt, sich diverse Refrains zu merken. Schon seit ihrem fabulösen Debüt "The Better Life", das zwar mit etwas deftigeren Gaumenfreuden (oder Ohrenschmäusen) aufwartete, zeigt 3DoorsDown ein immer noch unermeßlich großes Einfühlungsvermögen, was sich eben auch in sehr guten und zugleich einprägsamen Textzeilen niederschlägt. Und so wird zusammen mit den genialen Melodien jeder Track zum Ohrwurm.

Alle Lieder hinterlassen einen wunderbaren Nachgeschmack, mal nachdenklich, mal melancholisch, mal verliebt und auch mal verhaßt. Letzteres dürfte die Skeptiker, denen das zweite Album "Away From The Sun" ein wenig nach Ausverkauf schmeckte, ein wenig versöhnen. Denn es ist für jede erdenkliche Stimmung etwas dabei, ohne daß es zusammengestückelt oder unecht wirkt. „Seventeen Days“ kann man stundenlang unbedenklich auf Repeat laufen lassen, ohne daß die CD langweilig wird. Für alle betätigungslosen Fans von Soundgarden, Pearl Jam, Red Hot Chili Peppers oder Creed ist diese Platte eine echte Entdeckung. Für alle anderen auch.

Marry

P.S.: Wer es nicht glaubt, dem sei die deutsche WebSeite von 3 Doors Down empfohlen, auf dem man das Album im Schnelldurchlauf antesten kann

 

Tracklist:

1.Right Where I Belong
2.It's Not Me
3.Let Me Go
4.Be Somebody
5.Landing In London
6.The Real Life
7.Behind Those Eyes
8.Never Will I Break
9.Father's Son
10.Live For Today
11.My World
12.Here By Me
13.Here Without You
(17 Days Acoustic Version)
14.Away From The Sun
(17 Days Acoustic Version)

 
       
 

Links www.3doorsdown.de

 
 
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