DREAMLIKE HORROR "Delightful suicides" |
Erscheinungsdatum: 08.08.2005
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"Endlich mal wieder ein gutes Black Metal-Album..." dacht´ ich so bei mir, als ich aus dem Promoschreiben erfuhr, daß sich hinter Dreamlike Horror die neue Hauptband von Deadly Kristin verbirgt. Die schöne Dame machte nämlich bereits durch ihr Wirken bei Anciet auf sich aufmerksam. Da nun Ancient´s geistiges Oberhaupt Aphazel auch noch an dem vorliegenden Release beteiligt war, kann ja eigentlich nichts mehr schief gehen... Wie falsch man doch liegen kann. In der Tat haben Dreamlike Horror mit Black Metal so wenig am Hut wie ich mit alkoholfreiem Bier. Aus Irrtümern sollte man eine Lehre ziehen und Persönlichkeiten wie Aphazel oder Kristin nicht auf ein Genre reduzieren. Schließlich sind sie nicht die einzigen, die sich in Sideprojekte flüchten, um Neues auszuprobieren oder einer zweiten Leidenschaft zu frönen ohne dabei Gefahr zu laufen, den ureigenen, lang erarbeiteten Hörerstamm zu vergraulen. "Delightful suicides" erinnert zwar phasenweise an die Instrumentaleinlagen von Ancient´s wunderbarem "Mad grandious bloodfiends"-Album, das Kosmopolit Aphazel damals noch ohne Kristin in den USA eingespielt hat. Darüber hinaus findet man aber kaum eine Parallele zwischen den beiden Bands. Stilistisch siedeln Dreamlike Horror irgendwo zwischen düstrem Ambiente, Gothic und morbidem Elektrosound - Stromgitarren zählen zu den Ausnahmeerscheinungen auf diesem synthesizerdominierten Debut. Das Tasteninstrument wird dann auch auf voller Bandbreite ausgeschlachtet. Schließlich eignet es sich so hervorragend dazu, alle möglichen Instrumente zu imitieren, um das gewünschte Horrorfeeling samt Gänsehauteffekt zu erzielen. Ob Cembalo, Orgel, Piano oder Violine - hier sind bekanntlich keine Grenzen gesetzt. Während Aphazel lediglich Gitarren und Drums hinzufügt, zeigt sich Kristin verantwortlich für die Kompositionen, die offenbar als Ventil durchlebter Depressionen und psychischer Unausgeglichenheit dienen. Wie sonst könnte ein derart emotionales Werk entstehen? Neben den Synthesizern liefert Kristin auch alle Gesangseinlagen. Ihr stimmliches Spektrum reicht von traurigem Klargesang über gespenstisches Flüstern, das einem das Blut in den Adern gefrieren läßt, bis hin zu haßerfülltem Gekeife. Hin und wieder geht eben doch noch die Metal-Diva mit ihr durch... Obwohl es bestimmt nicht an Abwechslung fehlt, will ich dennoch nur schwer Zugang zu diesem Songmaterial finden. Vielleicht muß man aber eben ähnliches durchleben wie einst die Komponistin und dem reizvollen Selbstmord schon viel zu nahe stehen, um sich dem Album öffnen zu können. So weit bin ich noch nicht... zum Glück! |
Tracklist: Nighthunt |
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