MISTRESS "Mistress" & "II-The Chronovisor"

 

Erscheinungsdatum:
29.08 & 19.09.2005
Label: Earache Records
Format: Audio CD, Re-Release

 

Freunde der härtesten aller musikalischen Würste aufgepaßt: Wer auf Grind steht, kann sich freuen, denn die beiden ersten Alben der Engländer Mistress sind wieder erhältlich. Nachdem ihr erstes Label Rage Of Achilles das Zeitliche gesegnet hatte, sind die Kult-Kravallmacher nun bei Earache Records untergekommen. Doch ehe es Neues aus dem Hause Mistress zu vermelden gibt, wurden "Mistress" und "II - The Chronovisor" digital remastered, mit Bonusmaterial versehen und sind nun nach langer Zeit endlich wieder erhältlich.

Das mit dem Bandnamen betitelte Debut-Album zählt wohl zu den extremsten Veröffentlichungen unserer Zeit. An Brutalität und Intensität kaum zu überbieten, sind es vor allem die noisig abartigen bis völlig pervers klingenden Vocals, die manch einen Hörer kopfschüttelnd zur Skip-Taste hechten lassen. All jene, die nicht schon nach den ersten Takten mit großem Fragezeichen über der Birne die Band abgeschrieben haben, erfüllen hingegen alle Kriterien, um Mistress auch künftig ins Herz zu schließen. 

Also nur eine VÖ für die DieHard-Fraktion aller Metalheads? Mehr als das! Gerade das Debut-Album ist nichts als Lärm. Ausgeklügelte Songstrukturen glänzen hier gleichermaßen durch Abwesenheit, wie eine ansprechende Produktion. Da hilft auch alles Remastern nix.

Ganz anders verhält es sich mit dem Nachfolger "II - The chronovisor". Der klang zwar keinen Deut weniger aggressiv, doch fielen die Vocals hörbar differenzierter und "angenehmer" aus. Auch in Sachen Songwriting konnte man einen ordentlichen Schritt nach vorne verzeichnen.

Ich möchte hier nicht die einzelnen Stücke der beiden Alben wieder aufrollen. Schließlich handelt es sich um altes Material. Was allerdings neu ist und für manch einen Interessenten einen zusätzlichen Kaufanreiz darstellen mag, sind die jeweils zwei Bonustracks, um die man die Alben bereichert hat.

"Mistress" bietet zum einen eine nicht gerade originelle Coverversion des mittelmäßigen Metallica-Stücks "Whiplash". Unoriginell schon deswegen, da so ziemlich jeder Metallica-Song mittlerweile aufs Korn genommen und in den meisten Fällen eher verschandelt, als aufgewertet wurde. "Whiplash" bildet da keine Ausnahme. Dieser Song wurde nämlich längst von Destruction überarbeitet, nur daß die ihre Sache wesentlich besser gemacht haben als Mistress. Die folgende Coverversion von Tom Waits´ "Earth died screaming" ist da schon wesentlich amüsanter.

Interessant wird´s schließlich bei "II - The chronovisor". Ich spreche hier nicht von der Hommage an Crowbar ("Like broken glass"), da sich eine enge Verwandtschaft zwischen Grind und Death Metal nicht leugnen läßt und das eine durchaus als Inspirationsquelle für das andere funktionieren kann. Nein, ich spiele auf das mutige Unternehmen an, sich an den Darkthrone-Klassiker "In the shadow of the horns" vom legendären "A blaze in the northern sky" heranzuwagen. Wider aller Erwartung konnte mich das Resultat positiv überraschen. Wo das Original durch seine eisige Atmosphäre glänzt, hervorgerufen durch eine der ranzigsten Produktionen der Musikgeschichte (die wurde vermutlich nur noch durch "Transilvanian Hunger" getoppt), da weiß die Mistress-Variante durch einen alles an die Wand pressenden Dampfwalzen-Sound zu überzeugen. In der zweiten, flotteren Songhälfte drehen die drei Jungs aus Birmingham dann dermaßen durch, dass es eine wahre Freude ist!

Unter dem Strich ist also eher das Zweitwerk eine Anschaffung wert. Das Debut kann man getrost vergessen.

   

Dagger

 

Tracklist: Mistress

Bludgeon
God of rock
Goatboy
Necronaut
Stunt cock
5th in line
DBDA
Rebecca
Lord Worm
Whiplash
Earth died screaming

Tracklist: II- The chronovisor

Rat piss
Psychic one inch punch
Goatboy
Wanker colony
The chronovisor
No memory
Piss for blood shit for brains
38
In the shadow of the horns
Like broken glass

 

 
         
 

Links : www.necronaut.tk - www.gordeonmusic.de - www.earache.com 

 
 
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