ALEC EMPIRE "Futurist" |
Erscheinungsdatum: 4. 04.l 2005 |
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Es muß mal gesagt werden: Alec Empire zählt zu den einflußreichsten Musikern aus Deutschland. In den USA und Japan ist der als ganz gewöhnlicher Alexander geborene Germane längst ein Popstar. Er war dafür weder in so einer blöden Containershow, noch hat er einen Chartshit geschrieben. Alexander macht auch noch 2005 ziemlich kranken Electropunk und zählt zu den Begründern einer der extremsten Musiksparten, die unsere kaputte Menschheit je hervorgebracht hat: DIGITAL HARDCORE. Alec Empire genießt diesen Status, obwohl er sich immer wieder einer Kategorisierung entzieht. Er hat für die unterschiedlichsten Künstler als Remixer und Musiker gearbeitet, so für Slayer, für Björk, Beck, Nine Inch Nails und für den Wu Tang Clan. Demgegenüber war und ist seine Band Atari Teenage Riot wegweisend mit einer sehr gewagten Mischung aus Noize, Techno, kaputten Samples und einer Armada von mißtrauchten Effektgeräten... Dieser mehr an Electrosmog, als an Musik erinnernde Cocktail hat mit den chilligen Sounds aus den Anfängen seiner Soloaktivitäten eine Art Gegenpol im KlangKosmos des Alec Empire, indem von jeher auch Industiral Rock und Acid House miteinander konnten... Nun fügt Alec Empire diesem Universum einen gehörigen Schuß Rock´n´Roll hinzu- allerdings, wie soll es anders sein, hat er ihn vorher in die Waschmaschine geworfen und danach in einem Genlabor unter flimmernden UV- Röhren zum Trocknen mit dem Kopf nach unten aufgehangen, hat ihn anschließend die Nachrichten der Welt anschauen lassen und zuvor mit diversen Substanzen vollgepumpt, damit er das Gesehene verarbeiten kann. Die restlichen Haare stehen ihm nun zu Berge und er will gar nicht mehr aufhören zu schreien. In seinen Augen spiegeln sich Wahnsinn, Hass und Entsetzen, sein Mund ist weit aufgerissen und verrät dennoch ein diabolisches Grinsen... Zu den bereits gewohnten Zutaten, aus denen der Meister für die einen kranken Lärm und für die anderen eben ein neues Klanguniversum erschafft, kommen also nun verstärkt fette, kratzige Gitarrenriffs hinzu. Diese dominieren das Album- und das jenseits der üblichen gesampelten eintönigen Riffs. Hier verpassen sie den erstaunlich konventionell strukturierten Stücken, auch für den ungeübten Hörer nachvollziehbar, die Rebellion und Punkattitüde, die dem Punk längst verloren gegangen ist. So entsteht aus der tongewordenen oder digitalisierten Selbstzerstörung diesmal etwas zwar nicht ganz so Neues, dafür macht die Platte mir von Anfang an wirklich Spaß, obwohl mein Musikverständnis kurz nach Nine Inch Nails einfach aufhört. Natürlich muß man ein wenig krank dafür sein, um so etwas wie Spaß zu haben an energiegladenen Songs mit kranken Riffs, die Haß und dieses "Leck mich am Arsch" Gefühl in die Welt hinausschreien, im Akkord Ohrfeigen verteilen und die dem Normalen und nicht zuletzt der Langeweile jene Abfuhr geben, vor der ein normaler Langweiler eben so eine Heidenangst hat. Fazit: Man kann in der Tat etwas revolutionieren, indem man es zerstört. Amen! |
Tracklist: 1.Kiss Of Death |
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