AUDIOSLAVE "Out Of Exile" |
Erscheinungsdatum: 23. Mai 2005 |
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AUDIOSLAVE ist zurück, zurück aus Kuba und zurück aus dem Exil. Die Kernfusion aus SOUNDGARDEN und RAGE AGAINST THE MACHINE veröffentlichte ihre zweite Platte OUT OF EXILE kurz nachdem sie als erste amerikanische Band die kubanischen Massen zum Kochen gebracht hatte. Da könnte man vermuten, daß das politische Engagement von RAGE AGAINST THE MACHINE noch nachwirkt, zumal Tom Morello (guitar) Mitbegründer der Axis of Justice ist, einer Organisation, die für soziale Gerechtigkeit kämpft. Dieser Vorsatz wurde zudem in Havanna direkt umgesetzt: freier Eintritt für die nach Rock´n´Roll schreienden Kubaner. In dem Interview vor dem Konzert wurde die Frage gestellt, ob dieser Auftritt für ein politisches Statement genutzt werde oder eines sei, da ja nun ¾ der Mitglieder von AUDIOSLAVE ehemals einer Band angehörten, die sich in ihren Texten vehement gegen Staatsmaschinerien und Unterdrückung wandte. Brad Wilk (Drums) antwortete darauf, daß sie stolz seien, als erste Band in Kuba auftreten zu dürfen, jedoch dahinter keine politische Ambition stehe. Zwar haben alle in der Band eine Meinung und sind auf ihre Weise engagiert, jedoch gehe es bei AUDIOSLAVE in erster Linie um Rockmusik. Natürlich war die nächste Frage dann eine, in der der Name RAGE AGAINST THE MACHINE vorkam... Ja, man steht immer noch hinter der starken politischen Ausrichtung von damals, allerdings habe sie in erster Linie etwas mit dem damaligen Sänger zu tun... Seit ihrer Gründung versucht die Band AUDIOSLAVE sich aus diesem Korsett zu lösen. Herr Cornell will nicht mehr nur als Voice of SOUNDGARDEN musizieren und die drei R.A.T.M. Musiker wollen einfach nur glücklich sein, mit dem "besten Sänger der Welt" zusammenzuspielen.
Da kann man ihnen nur beipflichten. Es ist erstaunlich, daß Chris Cornell nur etwas die Mundwinkel nach hinten ziehen muß, um alles andere vor sich hin Summende und Krächzende des großen Genres Rock an die Wand zu singen. Du denkst, der Mann platzt vor lauter Stimmgewalt und diese Stimmgewalt läßt auch bei dem neuen Album einfach nicht nach. Chris Cornells Texte sind, und das ist, neben seiner Stimme eine Parallele zu SOUNDGARDEN, lyrisch bis kryptisch, eingängig und (um die Kubaner unter uns zu beruhigen) sicherlich nicht politisch.
Die Songs, allen voran die Single „Be yourself“, sind beim ersten Mal Hören entweder erschreckend flau oder gleich ziemlich sperrig. Aber nach und nach graben sie sich dafür um so tiefer in dein Ohr und werden immer besser. Man muß OUT OF EXILE auf alle Fälle Zeit geben, denn die Strukturen sind, trotz der ausdrücklichen Beschränkung auf Gitarre, Bass, Schlagzeug und Cornells Stimme, sehr komplex und vielseitig. Und dann fängt sie an zu rocken und zu grooven und wird mit jedem Lied spannender und facettenreicher.
Zu dem einzigartigen Charakter der Platte tragen vor allem die sagenhaft anspruchsvollen bis sagenhaft anstrengenden Soli des Gitarristen bei. Dabei kann Tom Morello auch ganz anders und ist bei den Balladen mit seiner extrem disziplinierten Begleitung nicht wiederzuerkennen, wenn er Meister Cornell das Feld ganz überlässt. Ungestört können sich so die weiblichen Fans der sentimentalen Erinnerung an seine schönen, langen Haare hingeben (Seuftz). "OUT OF EXILE" ist also, trotz einer gehörigen Portion Sound aus alten Rage Against The Machine Tagen, nicht nur etwas für die harten Jungs. |
Tracklist: 1.Your Time Has Come |
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