BRANDED WOMEN "Velvet Hours - Stolen Moments", "Second Best" |
Erscheinungsdatum: August 2005 |
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| Welch seltsame CDs sind diese Tage nur bei mir eingetroffen... Schon die Cover-Artworks zu den beiden Silberlingen scheinen aus einer völlig anderen Zeit zu stammen, einer Zeit, die ich mit Sicherheit nicht mehr erleben durfte. Und dann auch noch dieser Bandname... Etwas skeptisch lege ich die erste CD in meinen Player - gefaßt auf alles Mögliche, nur nicht auf das, was da aus den Boxen quoll. Branded Women klingen anders als alles, was mir bisher unter die Finger gekommen ist. Irgendwie seltsam und doch faszinierend. So ist es den vier Damen plus Drummer gelungen, binnen weniger Sekunden meine ungeteilte Aufmerksamkeit für sich zu gewinnen. Die Musiker aus Finnland haben sich Musik und Style betreffend voll und ganz der 60er Jahre besonnen. So wurde auch der Bandname dem 60er Frauen-Gangster-Streifen "Five Branded Women" entliehen, von dem ich übrigens noch nie was gehört habe. Wenn gleich die fünf Finnen hierzulande wohl eher unbekannt sein dürften, haben sie es in ihrer Heimat schon längst zu Ruhm und Ehre gebracht. 2004 haben Sie mit der LP "Velvet Hours - Stolen Moments" die finnischen Femme Awards, einer Art Equivalent zum Grammy, gewonnen. Besagtes Album schaffte es schließlich erst 2005 nach Deutschland und brand neu auf dem Markt ist die Single "Second best". Kein leichtes Spiel hat jeder, der gefordert ist, Branded Women der Audienz ein Stück näher zu bringen. Ich werde es trotzdem versuchen. Mir scheint, Branded Women tanzen auf der Spitze einer dreiseitigen Pyramide, deren Abgründe aus Country, Jazz und Rock `n´ Roll bestehen. Mal rutschen sie ein Stück die eine Seite runter, fangen sich dann wieder, um zwischen den anderen Seiten hin und her zu pendeln. Zeitweise erinnern Sie mich an Urge Overkill, zeitweise an Leonard Cohen, sind aber dennoch völlig anders. Sinnlich, cool, verletzlich und voll finnischen Schwermuts haucht Sängerin Katja die klagenden Lyriks mit tiefer sexy Stimme ins Mikro, langsam baut sich das Schlagzeug auf, um spontan zu verstummen, eine Orgel sorgt für psychedelische Momente. Nur zu gut hätte sich manches der Stücke zur Untermalung diverser cineastischer Höhepunkte eines Quentin Tarantino oder David Lynch geeignet. Ich denke an jene Szenen, in denen sich John Travolta bei Kumpel Eric Stoltz andächtig den Schuß setzt und anschließend lässig im Cabriolet durch die Straßen zieht. Kein Zweifel - die gebrandmarkten Frauen vermitteln die perfekte Inszenierung eines musikalischen Rauschzustandes. Es ist diese Art von Musik, die sich langsam Takt für Takt voranschleppt, einen begleitet und genau den richtigen Nerv trifft, wenn man in einer rauchigen Spelunke im Zwielicht heruntergebrannter Kerzen mit einem Glas Scotch kommuniziert. Sie hilf beim Versinken, beim Versumpfen, beim Ertrinken und läßt einen nicht mehr los...
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Tracklist "Velvet Hours...": Still in me
Tracklist "Second best": Second best
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| Links : www.brandedwomen.com - www.spinefarm.fi - www.rockthistown.de |
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