END OF GREEN "Dead End Dreaming"
|
Erscheinungsdatum: 22.08. 2005 |
|||
|
END OF GREEN sind längst schon Götter. Niemand vermag es sonst, derart depressive Musik mit einer solchen Durchschlagskraft zu erschaffen, niemand kann sich besser darin suhlen, daß die Welt so traurig ist, niemand besser ein Image daraus stricken und es ausleben. Die letzten beiden Alben ebneten gewissermaßen den Weg für den Siegeszug dessen, was nun kommen wird. "Dead End Dreaming", das neue Album der überhaupt nicht schwäbisch klingenden Lieblingskombo eines jeden Menschen mit einem noch so kleinen Riß im Herzen. Und es ist dann auch der erwartete Verzweiflungsschrei, der aus dem großen schwarzen Loch tönt, aus dem Layne Stayley nicht mehr raus- und Pete Steele niemals reinfand. Es ist die brillant vertonte SelbstSzezierung, ein SeelenStriptease vor der geiernden Masse und eine Ode an die Memme in uns Allen... Und, naja, machen wir uns, als die DIE HARD FRAKTION, nichts vor... wir kennen das schon alles, wir haben ähnliche Hooks durch unsere Körper gelassen, ähnliche Refrains mitgesungen, ähnliche Erlebnisse an unserem geistigen Auge Revue passieren lassen und uns dabei verstanden gefühlt. Doch jetzt.... jetzt werden die anderen daran teilhaben können. Wir waren einfach nur frühreif für eine Idee, deren Zeit nun gekommen ist. Und so genießen wir mit einem überlegenen Grinsen die etwas glatter und zugleich sauberer gebügelten ersten drei Stücke in Erinnerung an alte harte Zeiten... als wir uns im Schweiße unseres Angesichts immer wieder opferten... auf den Tanzflächen... unverstanden. Während andere ihr Leiden im Nachplappern der Krisen und Wirtschaftskatastrophen im satten Deutschland erfüllt finden, können wir nur darüber lachen, daß die einen "Arbeit statt Geld" fordern, die anderen "Geld statt Arbeit"- und der historische Kompromiß zwischen diesen beiden Katastrophen gerade abgewählt werden soll. Es ist eh alles zu spät, es wird Blut vom Himmel regnen, Blut aus den zerrissenen Herzen derer, die umsonst gestorben sind- herab auf jene, die ewig weiterleiden müssen. Jaaaaaa..... . So ist "Cure My Pain" nun wirklich ein Quantensprung und als der mächtigste Schmachtfetzen aller Zeiten nicht mehr zu toppen. Hattest Du vorher noch geglaubt, auf der Sonnenseite des Lebens zu verweilen und wirklich ernsthaft gedacht, daß das Leben einen ausgeben will, daß Du keine Probleme hast... dann wirst Du nun merken, was Du alles verpaßt hast. Das Leben kann auch ohne Probleme so richtig schön Scheiße sein, oder eben unter die Haut gehen, ja einem die Haut stückweise, langsam abziehen... Auch "Weakness" und "Sad Song" sind wahre Glanzlichter des End Of Green Schaffens und bestechen mit ChorusPassagen, die sofort ins Ohr gehen und hängen bleiben. Hat man sich erst mal dran gewöhnt, daß END OF GREEN nun eine ganze Ecke professioneller leiden, daß ihre Oden an den Schmerz kompakter ausfallen, schneller zur Sache kommen, als noch zu "I Hate Myself" Zeiten, dann hat jeder Song sein Suchtpotential. Besonders "Sick One" zeigt, wie routiniert die einstigen new No Hopefuls mittlerweile Lieder schreiben und intonieren, die Nackenhaare aufstellen, Gänsehaut verursachen, Bilder malen mit Blut, Bier und Tränen.... und eben nicht Verständnis heucheln oder gar Trost spenden. Nein, nein, kein Mitleid und kein Trost enstpringt diesem Klangkosmos, denn dieses Leben ist Deine persönliche Hölle und END OF GREEN zeigt Dir den Weg dorthin. Für diesen Trip gibt es nur ein One Way Ticket, kein Zurück und dieser Ort Deiner persönlichen Relevanzen ist besser, als das ganze oberflächliche Gesäusel, was Dich bis dato, wie in Watte gepackt, durch das vermeintliche Leben schaukelte. Und so führt Dein DEAD END DREAMING an Metal, Gothic und den alternativen Rock Gefilden vorbei, in die unweigerliche Tragödie... Die Band END OF GREEN bastelte daraus eine eigene, selbstbenannte Schublade: "Depressive Subcore". Das der Schrank dazu sechseckig ist, wissen wir schon längst... Augen zu und durch: "Cure my bleeeeeeding pain..." |
Tracklist: NO Coming Home
|
|||
|---|---|---|---|---|
|
Links www.endofgreen.de |
||||
| (c) subKULTur 2005 - nach hause - inhalt - archiv - cd kritiken - END OF GREEN |