FAUN "Renaissance"
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Erscheinungsdatum: 4. Juli 2005 |
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FAUN sind keine typische Mittelalterband, zu sehr schimmern da Folkloretraditionen aus anderen Gegenden und Epochen durch und sie sind auch kein Geheimtip mehr, spätestens seitdem das Album "Licht" unerwartet viele Menschen erreichte, obwohl es nicht den modern gewordenen Spielweisen alter Musik angepaßt wurde. Das Klangbild von Faun ist nach wie vor stark von Saiteninstrumenten, Perkussion, Flöten geprägt, die aber sehr dicht arrangiert und mit modernen Einflüssen durchwoben sind. Dennoch, eine Technobass wird man auch auf dem neuen Album "Renaissance" nicht finden. Stattdessen alte Weisen und neue Lieder, auch mal mit einem Hauch Orient oder in heidnischen Bildern, aber doch immer in einem sehr hellen, zuweilen fröhlichen, akustischen Gewand, das einerseits kraftvoll produziert ist und dennoch mit einer einzigartigen Magie zu bestechen vermag, die eindeutig aus der Stille kommt. Dabei ist das Thema des Albums ein ganz ernstes (hüstel), denn es geht um Tod und Verderben.... bzw. umd das, woraus wir in unserer Kultur unsere Todesangst gestrickt haben... "Renaissance" ist die Wiedergeburt, die dem Tod, dem Abschied folgen kann ..., die Erneuerung, die das Scheiden nicht zur Wehklage werden läßt. Dieses Verständnis durchdringt die 10 Lieder auf "Renaissance" und läßt diese CD für das "unsrige" Verhältnis zu diesen Themen sehr exotisch und sogar fremd erscheinen. Zuweilen fröhlich wird dieses vermeindlich düstere Thema besungen, kreisen die Lieder um Abschied, Vergänglichkeit, Verfall und Wiederkehr, um die Natürlichkeit dessen und hell erscheint das Bild, das in einem Schlußlied seine Vollendung erfährt, dessen Intensität einfach unglaublich ist. "Das Tor" ist eine einfache Vision, ein religiöses Lied, ein Chant aus den Wäldern, in denen unsere Wurzeln sind. Ebenso herzerweichend schön ist die Ballade "Königin". Und selbst wenn Lisa & Fiona im Duett die Speiskarte des Mc Donalds singen würden, würde die Belegschaft vor Rührung in Tränen ausbrechen. Hinzu kommt die prägnante, sympathische Stimme von Oliver Sa Tyr, die ebenso einprägsam und einzigartig den Verlust der Liebsten besingt... und jede Menge mittelalterliche Instrumente, wie keltische Harfe, Schlüsselfiedel, Drehleier, Laute und Dudelsack, die mit modernen elektronischen Mitteln und Perkussiva so behutsam verschmolzen werden, daß der Zauber nicht verloren geht. Einmal bei den Schlagwerken angekommen, läßt sich leicht erhören, daß da ein Meister seines Fachs am Werke ist. Bei Faun, und das ist ein wesentlicher Punkt, wenn man diese Band hinterfragt, ist Rhythmus weder stupide noch auf Bass und Snare reduziert, nein, vielmehr scheint sich hier alles angesammelt zu haben, was die Generationen von Rock & Dance einfach über Bord geworfen haben. Rhythmus kann in der Tat bunt sein und muß nicht immer nur den Takt angeben zu dem man auf- und abspringt. Die Musik von FAUN versprüht in der Tat jene Magie, die mir in zeitgenössischen Adaptionen des Damals sehr oft fehlt und sie hat die Energie, trotzdem im lauten Jetzt zu bestehen. "Satyros" eröffnet gewissermaßen auch musikalisch alles liebenswerte von Faun auf einmal. Helle Klänge, betörende Gesänge, exotische, treibende Rhythmen beherrschen auch "Da que deus", dessen Grundthema schon als "Skudrinka" bekannt sein dürfte, aber in dieser Version einfach nicht zu toppen ist... Das Album ist in ein sehr geschmackvolles, aufwendiges Digipack gekleidet und enthält, neben wundervollen Worten über Intension und Hintergrund der Lieder, auch alle Texte, sodaß der Genuß zu einem Exkurs in eine andere Welt wird, aus der man gar nicht mehr zurück will. |
Tracklist: 01 Satyros
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Links : www.faune.de |
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