FOREVER SLAVE "Alice´s Inferno" |
Erscheinungsdatum: 26.09.2005
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| Vielleicht lag es an den Verwirrungen millenialer Hysterie, daß Kunststudentin Lady Angellyca im Jahre 2000 wohl von dem Geistesblitz ihres Lebens getroffen wurde. Sie beschloß, ihre Vision in die Tat umzusetzen und gründete eine Band in der eine weibliche Gothicstimme auf harte Stromgitarren trifft. Das ganze wird untermalt mit orchestralen Keyboard-Sounds und nennt sich fortan Gothic Metal. Doch der eigentliche Geniestreich kommt noch! Tiefe männliche Growls treten Kontrast zur süßen Frauenstimme - wow! Ich weiß ja nicht, ob man in Valencia, der Heimatstadt der Bandgründer Angellyca und Servalath, vom Rest der Welt so wenig mitbekommt. Aber die auserkorene Rezeptur war schon Anno 2000 längst nicht mehr bahnbrechend. Heutzutage ersäuft man regelrecht in einem Meer ähnlicher Formationen. Doch die Szene boomt nach wie vor. Warum also nicht auf den Zug aufspringen? Im Falle Forever Slave hat es sich sogar gelohnt. Zum Musikstil braucht man im Grunde nicht viel sagen. Klar erinnern die Spanier abschnittsweise an Bands wie Tristania, legen allerdings wesentlich weniger Gewicht auf Bombast und mächtige Choräle. Lady Angellycas Stimme klingt sanft und zerbrechlich, wie die eines Engels. Die männlichen Growls von Drummer Edward wären eigentlich gar nicht nötig gewesen. Im Gegenteil - gerade sie sind es, die "Alice´s Inferno" ein Stück weiter Richtung Belanglosigkeit treiben. Was das Album jedoch von vielen artverwandten Veröffentlichungen abhebt ist der Einsatz eines preisgekrönten Violinisten - Ignazio ist sein Name. Seine Solodarbietungen im Zwiegespräch mit Keyboarder Leals Pianospiel sind es, welche die Songs in elysische Sphären emporheben. Titel wie " In the forest" oder "Tristeza" sind rundum gelungen und bezaubern mit jeder Note. Solch klangliche Genüsse dürften wohl ein jedes schwarze Herzlein ähnlich höher schlagen lassen, wie der Anblick einer patinierten Friedhofsstatue... Die spanische Combo hat einerseits ein sehr vielversprechendes
inhaltliches Konzept am Start und den unerschütterlichen Glauben,
gerade eine neue Musikrichtung erfunden zu haben, weil sie düsteren
Metal, grunzende Schlagzeuger und eine schrill trällernde, paarungswillig
aussehende Frau miteinander kreuzt. Das ist so weltfremd, daß
es schon wieder entzückend ist. Die Musik ist dann auch so, wie
man es sich vorstellt. Gut, mittelmäßig und an die einschlägigen
ExMetalBands erinnernd, die piepende Frontfrauen haben. Und weil es
darüber hinaus noch jede Menge Korsagenträgerinnen gibt,
die wirklich singen können, hat die Geschichte von Alice im Irrenhaus
leider keine Chance. Die Sängerin versucht sich darüber
hinaus als Model und hat, trotz ihrer optischen Referenzen, noch nicht
den richtigen Photographen gefunden. Dieses Manko offenbaren auch
die Bandphotos. ToM |
Tracklist: Lunatic Asylum |
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