GIFTIG "10 000 Worte"
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Erscheinungsdatum: 13.01. 2006 |
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| Als das Gift bezeichnet man einen Stoff,
der den Menschen über seine Der Bandname ist schlichtweg irreführend und man sollte sich trotz des auf dem Cover warnenden Totenkopfes an diese CD wagen. Im ursprünglichen Sinn stammt der Wortstamm "Gift"ja auch von Gabe und Geschenk und so wollen wir uns vorbehaltlos eine Dosis guter deutscher Musik verabreichen. GIFTIG legten einen gradezu beneidenswert traumhaften
Start vor: Ohne daß die Band damals noch existiert hätte,
nahmen sie aus Spaß einen Song auf, schickten ihn an einen Radio-Sender,
der Song wurde gespielt und daraufhin meldete sich prompt eine Plattenfirma.
Daraufhin war erst einmal Rückzug angesagt: Lieder schreiben,
Proben und überhaupt erst einmal Auftreten. Doch anstatt über Kauf- und Verehrungsverhalten von Jugendlichen zu lästern, sollten wir uns um die Musik kümmern. Der erste Teil der CD ist wahrscheinlich das, was die Plattenfirma meint, verkaufen zu können und der andere Teil ist das, wo sich die Band zu hause fühlt. Der erste Teil ist Gottseidank auch nur zwei Lieder lang, darunter auch die Single-Auskopplung "Fallen Angel". Die Songs sind perfekt gestrickt aber leider auch zu glatt gebügelt, mit der emotionalen Wärme, die entsteht, wenn man mit angezogener Handbremse in die Garage fährt. Im Laufe der CD werden die Lieder immer besser und bei den Höhepunkten schlagen sich sehr gute und manchmal gewagte Sounds mit Riffs, die von KORN stammen könnten, um die Gunst des Hörers. Im Hintergrund brüllt sich der Bassist in perfekter Linking-Park Manier den Frust von der Seele.... Es ist auch kein Zufall, daß die Band in diesen lauten Passagen an beste Guano Apes Zeiten erinnert, da deren Produzent Frank Bornemann die Finger mit an den Reglern hatte. Was allerdings ein Sarah-Connor- Manager im Team sucht, ist mir schleierhaft, denn ein weiteres aufgedackeltes steriles Kunstprodukt ist das letzte, was die deutsche Musikszene braucht. Der Stimme von Karina fehlt es zwar noch im Direktvergleich zu dem vollen und satten Sounds der Gitarren und Basslinien an Volumen und Abwechslung, doch steckt in der hübschen, schmalen Sängerin durchaus großes Potential. Sicher singt sie sich durch die Melodielinien und kommt mit den deutschen Texten, die durch die sprachliche Härte immer schwierig zu singen sind, erstaunlich gut zurecht. Zudem ist es ist ja auch ihre erste Platte und mit der Zeit könnte sich ihre Stimme vom derzeitigen "Rock-Girlie-Timbre" befreien. "Befrei meine Seele" ist ein großartiger Song, ein toller Text, abwechslungsreich und unkonventionell, ein Mix aus Gitarren, elektronischen Elementen und Scraches und kann als Referenzlied der Band angesehen werden. Zur Auskopplung "Fallen Angel" entstand ein aufwendig produziertes Video, das auch auf der CD "10.000 Worte" zu sehen ist. Zum umfangreichen digitalen Bonusmaterial gehören neben dem Üblichen (Making Off, Radio-Interwiew,....) auch die Klingeltöne. Aus dieser Band kann also wirklich etwas werden. Die Musiker sind allesamt begabt und leben ihr Talent auch unverhalten aus. Sie brauchen nur noch einen durchschlagenden Hit und schon könnten sie zum Kontaktgift werden, das schon bei kurzer Berührung zu wirken anfängt. |
Tracklist: 10.000 Worte |
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