KREATOR "Enemy Of God"

 

Erscheinungsdatum: 17. 01.2005
Label: Steamhammer (SPV)
Format: Audio CD
Thrash Metal

 

20 Jahre nach dem Debüt "Endless Pain" sind KREATOR einmal mehr dort, wo man den Zenit der Thrash Metal Pioniere um Mille Petrozza vermutet. Öfter schon totgesagt, als es der beeindruckende Backkatalog verheißt, erfüllten sie schon mit dem Vorgänger "Violent Revolution" wieder die Erwartungen der treuen und stetig wachsenden Fanschar. So gelingt der Metal Legende aus dem Pott anno 2005 ein Stück extreme Aggression... nahe an den eigentlichen Wurzeln der Band, jedoch ohne RetroNostalgie und Selbstkopie.

Lyrisch der Welt den Spiegel vorgehalten und musikalisch immer schön ins Antlitz, ja, so haben es die Liebhaber dieser Combo gern. Jedoch will und wollte sich deren Chef niemals darauf reduzieren lassen und ging seinen eigenen, auch mal experimentellen Weg. Und genau dieser Weg rief Skeptiker und Totsager auf den Plan, produzierte köchelnde Fragezeichen in den Köpfen der Hörer. Doch ebenso machte er das aus dem Vierer, was er heute ist: zeitlos durch Roots und Weitblick gleichermaßen. Mille war temporär schon überall zu Hause, egal, was ihm so am Rande seines MetallerGuruDaseins begegnete und hat sicherlich in den musikalischen Randgebieten diverse Sympathisanten gewinnen können. Mir persönlich gefielen auch die Stilbrüche "Renewal" & "Endorama" sehr, zeigten sie doch Kreator als eine der wandlungsfähigsten und zugleich profiliertesten Metalkapellen.

Und so ist es auch nicht verwunderlich, daß sie im Vollgasmodus sehr sicher fahren.... und sich mit "Enemy Of God" zu legendären Höhen und Härtegraden aufschwingen. Dabei dürfte Neuzugang Sami Yli-Sirniö (ex-Waltari) sicherlich nicht ganz unschuldig sein, denn er bereichert das Riffgewitter stilsicher, bringt frischen Wind in die Soli und fügt sich dennoch mit seinem versierten Spiel in die Band.

Schon der Opener und Titelsong sprengt alles bisher Dagewesene. Alles was danach noch steht, wird mit "Impossible Brutality" pulverisiert... hinzu kommt ein Chorus, der jede Konzerthalle zum Beben bringen wird und der mich ein wenig an "People Of The Lie" erinnert, jenem Stück von "Coma Of Souls", daß sich in seiner Schlichtheit und Energie wohl für immer eingegraben hat. Und in der Tat ist man schon nach "Suicide Terrorist" wieder rettungslos der Kreator Paranoia verfallen, denn hinter dieser Scheibe steckt mindestens so viel Wut und Energie wie Kalkül und Erfahrung. "World Anarchy" gewährt dann eine erste kurze Verschnaufpause, die es dann im weiteren Verlauf immer wieder gibt (so das Intro zu "Dying Apocalypse"). Diese melodischen Parts geben der Platte eine einmalige Struktur und machen die Aggression und Härte auch am Stück gehört, erlebbar.

Wer nun glaubt, die Qualität nimmt im Albumverlauf ab, so wie das ja allgemein üblich ist, wird schnell eines Besseren belehrt. Kreator fahren kontinuierlich zu Höchstform auf, ohne sich zu wiederholen, was ja in den Schranken des Genres sehr schwer ist. Aber die hymnischen Parts, geilen Breaks und mörderischen Riffattacken reißen nicht ab- bis zum Finale, wofür man dann den Fuß etwas vom Gas nimmt
.

"Enemy Of God" ist in mehreren Versionen zu erwerben. Die Doppel CD dürfte, mit qualitativ eher mäßigem LiveMaterial und einem Video MakingOf, allerdings nur etwas für den DIE HARD Fan sein. Die Enhanced CD umfaßt das "Impossible Brutality" Video ebenso und ist damit die Variante, die ich zum Pflichtkauf küre.

Ich würde "Enemy Of God" dennoch gern dort sehen, wo sie hingehört: Auf den Olymp der großen harten Scheiben, denn das, was Slayers "Reign In Blood" für ihre Zeit war, das ist "Enemy Of God" für 2005: Das Non Plus Ultra.

Thomas Manegold

 



1.Enemy Of God
2.Impossible Brutality
3.Suicide Terrorist
4.World Anarchy
5.Dystopia
6.Voices Of The Dead
7.Murder Fantasies
8.When Death Takes It's Dominion
9.One Evil Corners - A Million Follow
10.Dying Race Apocalypse
11.Under A Total Blackened Sky
12.The Ancient Plague

13.Impossible Brutality (EnhancedVideo Clip)

 
         
 

Links: http://www.kreator-terrorzone.de

 
 
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