MARTIN DEAN "Best Of" |
Erscheinungsdatum: 24.1.2005 |
|||
|
Monogam ist ein Label, das Anfang der 80er für einige innovative Veröffentlichungen verantwortlich war, allen voran natürlich die erste Single der Einstürzenden Neubauten, bevor es wieder in der Versenkung verschwand. Anno 2004 wurde es wieder reanimiert und veröffentlicht als erstes eine Best Of... und die ist auch noch ein Fake..., denn sie ist die erste Veröffentlichung des in Berlin umtriebigen Sängers Martin Dean. Es ist beängstigend, wie sich scheinbar Veranlagungen und Eigenheiten von Künstlern in neuen Charakteren verschmelzen lassen, denn Martin Dean mimt hier die perfekte Mischung aus Frank Sinatra, Elvis Presley und Nick Cave. Die Namensähnlichkeit mit einem weiteren der großen Entertainer erscheint da ebenfalls als nicht so ganz zufällig, auch nicht der Umstand, daß sich sich die "Band" aus dem Neubauten/ Cave Umfeld zusammensetzt... jedoch hält die CD dann auch das, was sie verspricht. Sie beginnt und endet in vollkommener PianoBar Atmosphäre und gestattet dem Hörer eine schwankende Odyssee durch Zigarettenrauch, mit zuviel Whiskey on the rocks und verblassendem Zeitgefühl. Wir sind irgendwo in den Spätfünfzigern... dann wieder in den Achtzigern... und doch irgendwie in der Musikkneipe gegenüber, in der man den Fernseher und die Hightech- Getränkekarte entsorgt und wieder ein Mikrophon auf der Bühne gestellt hat, neben einem alten Flügel und dem Marshall aus der Sturm- und Drangzeit des Barkeepers, hinter dem Vorhang Marimbaphon und E- Orgel... Allerdings erschöpft die Werkschau sich nicht in Nostalgie und Retrostyle, vielmehr erfüllt es das Attribut "Alte Schule" wieder mit neuem Leben. Und so hören wir jeden Abend Coversongs, freche Adaptionen und eigene Kompositionen eines kettenrauchenden Menschen um die Vierzig... und seiner Band ... die seine gut geölte Stimme mal mit relaxten Grooves, mal jazzy, mal lateinamerikanisch inspiriert, mehr als nur begleiten. Erste glänzende FrauenAugenPaare werfen schmachtende Blicke Richtung Bühne, als the King himself plötzlich "More Than I Can Say" zu säuseln scheint. An dezenten Clubsounds kann man sich gerade noch aus der Versenkung in Nostalgie und vor den aufsteigenden FrüherWarAllesBesser- Heulkrämpfen retten... Aber das wird nicht das letzte Mal sein, daß uns in dieser Bar ein Hauch von Elvis begegnet. Dazwischen ist auch ein wenig Sinatra, the early Nick Cave, jedoch auch eine ganze Menge Originalität zu verspüren, denn Martin Dean beschränkt sich nicht aufs bloße Imitieren und nichts steht im ferner, als mit seinem und deinem Herzschmerz zu spaßen... nein... der meint das ernst, mit jeder Faser, mit jedem Laut... und doch schwingt beim Sänger und auch bei den Musikanten jeden Menge Spaß mit, wenn sie sich in erlebten, inszenierten, zuweilen kitschigen emotionalen Apokalypsen und ergreifenden Momenten aalen. Der atmosphärische Höhepunkt ist dann das geniale Monster Magnet Cover "Spacelord", das eigentlich klingt, wie das heimliche, kaputte Original... von damals, ihr wißt schon... Besetzung: Martin Dean (vox), Jochen Arbeit (git) Stephen
Kreuzberg (git) Yoyo Röhm (bass, piano, org...), & div. Gastmusiker |
Tracklist: 1.For Your Love |
|||
|---|---|---|---|---|
|
Links: www.monogam.com |
||||
| (c) subKULTur 2005 - nach hause - inhalt - archiv - cd kritiken - MARTIN DEAN |