MORTAL LOVE "I Have Lost"

 

Erscheinungsdatum: 25. 05. 2005
Label: Massacre (Soulfood Music)
Romantic Goth Metal

 

Wieder eine Frau, die singen kann, wieder eine Band, die spielen kann, wieder ist das Leben ganz schön hart, wieder wird die Welt bald untergehen und wieder können wir tausend Liebhabern tausendundeine Träne nachweinen. Wieder schaut die Frau ganz schön traurig und die Musiker pathetisch böse. Es lebe der GothicMetalHype! Aber es gibt noch Hoffnung in diesem Jammertal der Klone. Sie steckt in den Bands, die noch nicht glatt gehobelt, heißgebügelt, overdressed und verheizt sind, die sich in ihrer unendlichen Naivität eine persönliche Note leisten.

So die norwegische Band Mortal Love. Denn in dieser Frau steckt immenses Potential. Ihre Stimme hat Substanz und fällt angenehm heraus aus dem derzeitigen Frauenmetal Boom à la Xandria. Sängerin Cat schafft es, über die ganze Plattenlänge das große Thema Liebe zu besingen, ohne dabei im immer kitschiger und gekünstelter werdenden Einheitsbrei zu versinken. "I have lost" wird nie langweilig. In "Serenity" weicht Cat stellenweise bewußt von dem klassischen, schönen Stimmmodel ab, um noch mehr Ausdruck hineinzulegen. Sie beherrscht sowohl zarte, als auch kraftvolle Parts mitreißend und sicher. Die meistens mehrstimmigen Refrains bezaubern durch mystische Nuancen, die im Kontrast zu schweren Gitarren stehen.

Besucht man die Bandseite von Mortal Love könnte man denken, die Band wolle sich Hörergruppen erschließen, die bis jetzt durch die großen Labels vernachlässigt wurden: Mädels, die sich auch mal was Schickes anziehen wollen, aber sich nicht trauen und die Herren mit schütterem Haarwuchs, die sich nicht für Vollglatze mit Ziegenbart entscheiden können. Mortal Love ist das Paradebeispiel dafür, daß sich eine Band auch heute noch mit einem Video alles versauen kann. Als Augenschmaus kann diese Band nur für denjenigen gelten, der rote Nasen zu sexy roten Kleidern farblich passend findet, der selber fettige Haare über den Geheimratsecken trägt oder einen unkontrollierten Bartwuchs hat. Furchtbare Fotos und ein ebenso furchtbares Video kontrastieren mit dem wundervollen Song "Adoration".

Dabei hätten die Norweger das gar nicht nötig, denn Sängerin Cat beweist schließlich, nach den bereits wunderbaren Bildern zum 2002er Album "All The Beauty", auch mit dem Cover der neuen Platte "I have lost" ihre Ausstrahlung und Photogenität. Und ... es wäre falsch, die Band nur wegen eines fehlenden (oder vorhandenen?) Imageberaters gleich abzustempeln.

Manchmal erinnert der Stil von Mortal Love an Lacuna Coil, wenn - wie bei Reality oder Existance - eine Männerstimme mit einsetzt, stimmlich an Whithin Temptation, dann wieder in einigen Melodielinien an die frühen
Platten von The Gathering. Trotzdem hat die Band mit ihrem zweiten Album etwas vollkommen Eigenes erschaffen, was durch eine charakteristisch rockige Melancholie besticht und sie hat mit besagtem "Adoration" einen Ohrwurm am Start, der sie ganz, ganz groß machen könnte.

Marry

 

Tracklist:

1.Existence
2.Serenity
3.Spine
4.Adoration
5.Senses
6.Empathy
7.Reality
8.Sanity
9.Identity
10.Hope
11.Memory
12.Everything

 
       
 

Links www.mortallove.com

 
 
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