MOTHERS LITTLE HELPERS "Protect The Innocent" |
Erscheinungsdatum: 11.02. 2005 |
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Organischer, retrospektiver, aber dennoch dicht und zeitgemäß arrangierter Rock, vollkommen undeutsch, vollkommen unmodern und vollkommen... das sind MOTHERS LITTLE HELPERS aus Berlin. Der Name, wohl dem Stones Klassiker entliehen, hat durchaus seine Berechtigung, auch wenn die Jungs alle vergleichbaren "Rock- Ikonen" handwerklich locker an die Wand spielen und durchaus zeitgemäße Incubus und Chili Peppers Qualitäten erkennen lassen. Trotz Frische und knackigem Sound bleibt "Protect The Innocent" aber durchgehend eine Retro Rock Scheibe und das läßt immer wieder überascht die Ohren spitzen, da wir es hier mit einem Debüt einer Band mit einem Durchschnittsalter unter dem Vierteljahrhundert zu tun haben. Die Keyboards "moogen", die Gitarren wabern auch mal, wie in den 70ern und ab und an packt jemand sogar die Mundharmonika aus... ja... und es kommen doch tatsächlich instrumentale Solopassagen vor. Nein! Keyboardsoli!! Gitarrenläufe!!! Aber keine Angst, sie sind niemals auch nur einen Ton zu lang, im Gegenteil, sie lassen die CD, niemals langweilig oder gar belanglos werden... und das rotz des hohen Chill- Faktors (ihr wißt schon, man kann sich auch unterhalten und man muß es nicht mögen und Luftgitarre spielen, um es aushalten zu können). Neben perfekt gestrickten Balladen ohne DiätschokoladenSchmelz und Tränendrüsendruckmassage tummeln sich auch kraftvolle Abgehnummern und Lieder wie "Strange Medicine", die so massenkompatibel sind, daß sie zum Popsong werden und dieser Bezeichnung sogar den Schimpfwortcharakter etwas nehmen können. Da ist es also wieder, daß heutzutage notwendige, perfekte Debüt. Unter diesem Level hast du entweder ein kurzlebiges Glück, daß Dir die Warholschen 15 Minuten Ruhm beschert oder du hast einfach keine Chance, daß Dich irgendjemand jenseits Deines Bekanntenkreises wahrnimmt. Und doch kann selbst das perfekte Debüt, mit perfekter Marketingstrategie und perfekten Gesichtern zum perfekten Zeitpunkt... auch einfach nur ein finanzielles Fiasko für alle Beteiligten werden. Der Markt ist ausgedörrt, relativ schnellebig und hoffnungslos überlaufen. Auch Rockmusik hat ihre Zeitlosigkeit eingebüßt. Aber genau dagegen scheint "Protect The Innocent" anzurennen. Das Album hat alles, was man dafür braucht: jeden Menge Groove, nur manchmal den Blues, Melodien für die ganze Familie, jedoch auch gute Songs, die sich auf das Wesentliche konzentrieren, Abwechslung und... das wichtigste... hörbaren Spaß an der Freude. Musik als Berufung... Zudem hat das Quintett ein erfrischendes Niveau und Geist, wenn es um künstlerische Inhalte und um deren Präsentation geht... und sie haben Humor, ohne zwingend albern zu sein. So ist ihre Webseite ein lebendiger Beweis dafür, daß mit Pressetext und Livedates eine Bandpräsentation nicht enden muß und daß Biografisches durchaus auch unterhaltsam sein kann. |
Tracklist: 1.Take a seat Bob Greiner-Pol (Gesang) |
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Links: www.motherslittelehelpers.de |
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