NAGLFAR "Pariah" |
Erscheinungsdatum: 20.06.2005
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"Your flesh is now ours!" lautet die Proklamation auf Naglfars neuestem Output "Pariah". Die mag zwar albern und abgedroschen klingen, aber trifft den Nagl farhaftig auf den Kopf. Denn kein Metalhead aus Fleisch und Blut mit Hang zum Extremen wird diesem Album widerstehen können. Schon mit ihrem 95er Debut "Vittra" demonstrierten die Schweden, daß sie fähig und gewillt sind, ganz oben in der skandinavischen Death / Black Metalwelt mitzuspielen. Kaum hatte der Nachfolger "Diabolical" alle Zweifel am Talent der Band begraben, schien die Nagelfähre die Ufer dieser Welt auch schon wieder verlassen zu haben. Gut vier Jahre sollte es dauern, bis die Band wieder ein Lebenszeichen von sich gab. Mit "Sheol" gelang 2003 ein grandioses Comeback und die Meßlatte für alle folgenden Veröffentlichungen war somit verdammt hoch gesteckt. Als ich jedoch auf dem diesjährigen Wacken Open Air mit "Spoken words of venom" einen ersten Vorgeschmack auf das neue Album erhalten hatte, stand es fest: Dieser Silberling wird in Bälde meine Sammlung bereichern. "Pariah" ist schlicht ein Hammer! Als hätten Naglfar die Essenz all ihrer großen Kollegen - ich spreche von Kapellen wie Dissection, Dark Funeral oder Marduk - regelrecht in sich aufgesogen und mit ihrem ureigenen Stil vereint, bestechen sie 2005 gleichermaßen durch großartige Melodien wie raue und zügellose Aggression. Wirkte die Produktion von "Sheol" ein wenig verwaschen und chaotisch, findet man auf "Pariah" kaum Anlaß zur Kritik. Glasklar erkennt man jeden einzelnen Musiker samt der spielerischen Qualitäten, die er mit sich bringt. Alle Stücke bewegen sich auf gleich hohem Niveau, weshalb man auch keinen besonders zu unterstreichen braucht. Alles scheint perfekt aufeinander abgestimmt. Vom Livegebaren des zum Sänger beförderten Bassisten Kristoffer Olivius, der auf "Pariah" seinen Einstand feiert, bin ich zwar nach wie vor nicht überzeugt, dennoch erweist er sich als adäquater Ersatz seines Vorgänger Jens Ryden. Voller Inbrunst verkündet er die Botschaften von Verachtung und Untergang, dabei zieht er einzelne Worte ähnlich in die Länge wie man es einst von Marduks Legion gewohnt war. Musikalisch glänzen die Schweden durch ein hohes Maß an Abwechslung. Zwar legt man mehr Wert auf Melodie, als noch auf "Sheol", vergißt aber auch nicht, daß man den Drehzahlmesser bis weit in den roten Bereich hineintreiben kann. Herrliche Gitarrensoli erhellen immer wieder den stürmischen Nachthimmel, ehe der nächste Break gleich einem Blitz die Sturmwolken durchschneidet. Der Donner folgt unweigerlich und treibt den Sturm voran. Ein Sturm, der einen Großteil konkurrierender Akteure mit sich reißen und selbst tief verwurzelte Szenegrößen erschüttern wird. |
Tracklist: Proclamation |
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