NEW RAIN "DEMO 2004"

 

Eigenvertieb
"Suicidal Art Rock"

 

New Rain wurden 2001 in Potsdam gegründet. Ihr bislang größter Achtungserfolg ist der erste Platz beim Battle Of The Bands Wettbewerb des Musik Magazins Sonic Seducer. Mit diesem Qualitätssiegel stehen sie, wie so viele Bands, vogelfrei und zu allen Schandtaten bereit, um vorwärts zu kommen, allein im Regen, ohne zu bemerken, daß sie zusammen mit den anderen das Meer bilden.

Wir Konsumenten können aus dem Vollen schöpfen, wenn wir Durst haben nach Klängen unserer Wahl. Gehen wir nach draußen um uns berieseln zu lassen, steht da ein Heer von Medien, mit Wasserwerfern bewaffnet, um es uns ordentlich zu geben. Da hat es der Regen nicht leicht, ohne Druck und bezahltes Dauerfeuer, auf die Haut durchzudringen. Zumal es bei vorliegender Band mit "Berieseln" nicht getan ist.

Es weht mir eine eigenartige Mischung aus Melancholie, Progressiv- und Depro Rock in für ein Demo ordentlicher Qualität entgegen. Etwas dumpf und hallig zwar, aber dies schreiben wir bedenkenlos als "gewollt" ab. Schon mit dem ersten Song beweist das Trio eindrucksvoll, daß auch potentiell suizidal veranlagte Menschen Lieder über 7 Minuten Länge schreiben können.

Das der Joy Devision Song ebenso lang ist, verdankt er allerdings einer Art Hidden Track, der sich dem in meinen Ohren überflüssigen Cover anschließt. Zu sehr scheint mir die Combo nämlich ansonsten ausschließlich ihrem musikalischen Verständnis Tribut zu zollen. Und diese zuweilen sehr eigene Auffassung von guter Musik hat viel Melancholie und Bitterkeit, allerdings auch einen Hang zu verspielten Passagen und ausufernden Spannungsbögen, die sich mal tropfenweise, dann wieder in einem Schwall aus Aggression und Verzeiflung ergießen.

Kein Wunder, das ein Lied namens "Midnight Junkie" dann auch mit einer leicht drogig- trippigen Athmosphäre aufwartet und "Three Minutes Lost" an das Kaliber der guten alten Space Rock Monster aus den 70ern heranreicht, wir in anderen Liedern an End of Green, ja sogar mal an progressive Bands wie Tool erinnert werden und dann wieder an die kaputten Gothic Heroen aus den späten 80ern. Das zeugt alles von, erst auf den zweiten Durchlauf erkennbaren Facettenreichtum und großem Potential, welches lediglich eines guten Produzenten bedarf und einer Firma, die ihre Wasserwerfer mit dem neuen Regen füllt ...

Thomas Manegold

 




Tracklist

1. Numbed (7:14)
2. The Secret Of The Song (3:48)
3. Sunless Thief (5:53)
4. Shelters Child (4:11)
5. Love Will Tear Us Apart (7:39)
6. Midnight Junkie (4:20)
7. Slumberparty (in your head?)(6:10)
8. Dirt (4:12)
9. Three Minutes Lost '03 (13:34)

 
       
 

Links : www.newrain.de -

   
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