NOVEMBERS FALL "Mythaeon"

 

Erscheinungsdatum: 23.12.2005
Demo
Format: Audio MCD

 

Als Melodic Death Metal Band, die Einflüsse von Thrash und Black Metal verarbeitet, stellen sich die vier noch ausgesprochen jungen Musiker mit einem Durchschnittsalter von 19 Jahren auf ihrer Homepage vor - eine Beschreibung, die wohl auf duzende anderer Kapellen ebenfalls zutreffen würde. Aber mit "Mythaeon" haben es die Jungs aus Neukirchen-Vluyn (NRW) tatsächlich geschafft, mit weitem Schritt aus der Reihe vergleichbarer Acts hervorzutreten.

"Mythaeon" ist nach "Shadows in the twilight" (Januar 2004) und "Broken memories" (April 2005) das bereits dritte Demo dieser Band, die innerhalb kürzester Zeit auf eine beachtliche musikalische Weiterentwicklung zurückblicken kann. Die beiden ersten Demos findet man auf der HP zum Download. Doch das darauf gebotene Musikgut entgeht nur mit knapper Not dem üblichen Einheitsbrei, der einem aus allen Ecken des Netzes entgegennervt.

Um so beeindruckender ist da die Leistung, die für die Aufnahmen von "Mythaeon" erbracht wurde! Mit unheilvoller Atmosphäre klingen die ersten Akkorde aus den Boxen, ehe Benjamins glasklare und traurige Stimme versöhnlich dem ersten Unbehagen entgegenwirkt. Das soll tatsächlich Death Metal sein? Um diese Frage zu entkräften gesellen sich schon bald tiefe Growls und abartig heiseres Kreischen in das Songgeflecht, womit "Question of eternity" allmählich an Härte gewinnt, ohne dabei jedoch eine gewisse Ambivalenz zwischen Gut und Böse einzubüßen. Der überraschende Einsatz einer Mundharmonika, die hier ganz im Zeichen Ennio Morricones "Death Rattle" aus "Once upon a time in the west" Verwendung findet, setzt neben diversen Stimmungswechseln einen weiteren Akzent.

Dagegen verblaßt das knapp dreiminütige "Angst im Wald" - ein schnelleres Stück, das schon eher in die Death/Black-Schublade passen mag - und verliert sich bald in Belanglosigkeit. Kein Grund, die Scheibe aus dem Player zu nehmen, denn das wahre Highlight des Demos soll noch folgen und zwar in Form des 12-minütigen "Coral-Island". Womöglich implizieren der Titel, die vielen Akustikmomente, die unverzerrten Gitarren oder der einführende Sound der Meeresbrandung eine gewisse archaische Stimmung, die den Song in die Pagan/Viking-Ecke rücken lässt. Hier finden sich gutes Songwriting und gekonnte musikalische Umsetzung vereint. Man darf auf mehr hoffen und der Band bei der Labelsuche nur alles Gute wünschen, auf das sich für das nächste Release auch ein angemessenes Soundgewand finden läßt.   

Für schlappe 4,50 € inklusive Porto kann der Silberling direkt bei der Band erworben werden. Siehe hierzu deren Homepage...

Dagger

 

Tracklist:

Question of eternity
Angst im Wald
Coral Island

 
         
 

Links : www.novembersfall.com

 
 
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