PAINBASTARD "Storm Of Impermanence"

 

Erscheinungsdatum: 14.10. 2005
Label: Accession (Indigo)

Format: ep CD

 

Painbastard ist ein weiteres Ein-Mann-Projekt in der sich inflationär entwickelnden Endzeit-Electro-Ecke. Unzählig viele, komisch bis gar nicht frisierte Köpfe wiegen sich dort schmerzverzerrt im Takt zu dumpfen Beats und finster dreinblickende Augenpaare starren auf die böse Welt, die röchelig bis rotzig, markig bis cholerisch reflektiert wird.

Und diese Legionen der Schwarzseher mit Kehlkopfkrebs spuckt, wie alle anderen zum Genre ausgewalkten Musikströmungen, gute und schlechte Veröffentlichungen auf einen übersättigten Markt, wobei es natürlich noch die wachsende Gruppe der Plagiatoren gibt, das Heer der Tauben und das Bataillon der Dilettanten, die alle ungleich schneller wachsen, als die eher kleine Schar der ernst zu nehmenden Interpreten. Sie alle machen mehr oder weniger Musik, streiten sich um Gunst und Taschengeld der Konsumenten. Und so strampelt auch Painbastard um einen Platz irgendwo zwischen Funker Vogt, Wumpscut und Suicide Commando.

Längst schon ist aber genau dort ein Evil-Faktor erreicht, der ohne Lächerlichkeiten nicht mehr zu toppen ist. Längst sind alle erdenklichen Schockeffekte, von der unkommentierten Verwurstung des ersten, zweiten und dritten Weltkrieges bis zum Gestöhne aus drittklassigen Pornostreifen, ebenso alle Beziehungsdramen, Horrorfilme, Ballerspiele und die daraus resultuerenden Alpträume verarbeitet worden. "See You In Hell" von Suicide Commando wurde mehr als genug neu interpretiert und jeder erdenkliche Dreiklang hat bereits für einigermaßen Wiedererkennungswert gesorgt.

Die Welt, in der sich Painbastard bewegt, ist also die Hölle auf Erden, und das sowohl künstlerisch, als auch thematisch. Und das Projekt macht nicht erst mit dieser EP eine erstaunlich gute Figur. Allen voran "Hidden game of the devil" und "Todesengel" können selbst den übersättigten Rezensenten, im Rahmen dessen, was die Stilmittel leisten können, überzeugen. Zwar sind auch hier die Texte insgesamt nicht originell, die Reime bemüht, jedoch quillt aus dem Effektgewitter so etwas wie Inbrunst heraus, ein Anspruch des "Voll dahinter stehens" und, vor alllem, ein Gesprür für griffige Melodien und straighte Tanzbeats.

Leute, die auf Suicide Commando und Wumpscut oder auf eine ihrer Epigonen abfahren, können hier jedenfalls keinen Fehler machen, da Painbastard sicherlich bald zu den Lichtgestalten dieses Genres zählen wird. Ob das ein Segen oder ein Fluch ist, werden wir sehen.

Thomas Manegold

 

Tracklist:

01. Hidden game of the devil
02. A kingdom for a life
03. Nervenkrieg [LIGHTS OF EUPHORIA–MIX]
04. Breakdown
05. Nervenkrieg [REAPER–MIX]
06. Todesengel [ARMAGEDDON RMX by [:SITD:]]
07. Don’t ask me „Why?“!
08. Nervenkrieg [CONETIK–MIX]
09. Nervenkrieg [PEOPLE ARE EVIL RMX]

 
         
 

Links www.painbastard.de

 
 
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