SUBWAY TO SALLY "NordNordOst" |
Erscheinungsdatum: 29. 08. 2005 |
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SUBWAY TO SALLY hatte sich einst mit Engelskrieger versucht, aus der vermeintlichen Stagnation zu befreien und einen Imagewechsel propagiert, den die Fans ihren Helden übel nahmen. Dabei fiel das Ganze musikalisch weniger dramatisch aus, als es uns die böse blickende Band weismachen wollte. Jetzt hat die einstige Speerspitze des Fantasy/ Mittelalterlichen Crossovers wohl einen noch größeren Bogen gemacht und ist irgendwo zwischen dem kalten Engelskrieger und den großen, mittelalterlich- fabelhaften Erfolgen "Herzblut" und "Bannkreis"gelandet. In sofern war das gesellschaftskritische, düstere und vor allem direkte Engelskrieger Konzept ein Ausloten der Grenzen. Und offensichtlich erfuhr die Band, wie weit sie selbst gehen- und was sie dem Publikum zumuten konnte. Gemäß eines gewissen Buddha, ist der radikalste Weg immer noch der Weg zwischen allen Extremen und so erschließt "Nord Nord Ost" ein vollkommen neues Universum inmitten der Dinge, die Subway To Sally schon immer ausmachten. Musikalisch hat SUBWAY TO SALLY eine Ballance gefunden, dem exotischen Instrumentarium wieder mehr Raum gegeben, ohne allerdings wieder in irgendeine Mittelalter Ecke zu segeln. Vermehrt finden nun Sreicher Einzug in jene Stellen, die man eben mit Pathos zukleistern darf und muß... Doch reden wir nicht länger vom Anstrich dessen, was die Musikszene ein weiteres Mal bereichern wird. Substanziell war Subway To Sally noch nie dem Gewöhnlichen Anheim gefallen und hat sich, was die Lieder und Texte angeht, wahrhaft selbst übertroffen. Man bedient sich wieder der Bildersprache, nicht den Parolen und erzählt tolle Geschichten um ein loses Konzept, das alle Lieder wie eine Klammer zu vereinen scheint. Wie schon im wunderbaren Intro verraten wird, handelt "Nord Nord Ost" vom Feuer und vom ewigen Eis. Das wird einmal wörtlich genommen, wie bei "Schneekönigin", dann wieder metaphorisch, wie bei "Feuerkind". In umwerfenden Bildern geht es um innere Kälte und um die rauhe See des Lebens auf dem Wege dorthin. Gemäß diesem Konzept hat das ganze natürlich Tiefgang und noch nie lag das Boot tiefer im Wasser... Eric singt besser als je zuvor, erzählt zwar von Märchengestalten, Eisblumen und heimatlosen Seemännern, doch sind es, auf dem zweiten Blick, die persönlichen Bezüge des Protagonisten hinter den Geschichten, die das Album, bei aller inhaltlichen Kälte, sehr viel Wärme ausstrahlen lassen. Schon allein mit "Sieben", der ersten Singleauskopplung, werden alle Fans, die den "Engelskrieger" nicht verstanden, für das Warten entschädigt, denn dieses Lied präsentiert ihnen Subway To Sally, wie sie diese Band lieben gelernt haben. Ebenso dürfte das "Rätsel II" als liebevolle Hommage an sich selbst, eines der Highlights der kommenden Tour werden. Und trotzdem sind die wuchtigen Klampfen und die zuweilen düstere Grundstimmung der letzten Alben erhalten geblieben, hat man sich wiederum menschlichen Abgründen zugewandt und den großen Akkorden ebenso große Worte verliehen. Das läßt den Schluß zu, daß sich die Band dieses Mal nicht mehr so sehr den Kopf zerbrochen hat, was sie anders machen muß. Das Publikum hat von seinen Helden und ihren Geschichten noch lange nicht genug. Und so erlangt Subway To Sally mit "Eisblumen" einen vorläufigen lyrischen Höhepunkt, den ich als alter Grufti sehr persönlich nehme und ihn als die neue Hymne der Gothics vorschlage. Ja... weinen sollt ihr vor Rührung... !!! |
1.Saraband De Noir
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