R.EOM: DENN DU BIST ...
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Als ein sich beobachtender Mensch stieß ich, im Rahmen meiner Auseinandersetzung mit meiner Ernährung, nun auf die Produkte des "Lebe-Gesund!"-Versandes, der momentan, durch verstärkte Werbe-Kampagnen, mit dem Slogan "Vegetarisch essen- Fleisch vergessen" auf sich aufmerksam macht. Dieser Versandhandel bietet, ebenso wie die zahlreichen Marktstände und diverse Verkaufsgeschäfte in unserer Region, Produkte aus dem sogenannten "friedfertigen Landbau" an. Dazu gehören, neben den bekannten vegetarischen ibi-Aufstrichen, auch Backwaren, frisches Gemüse und Salate, Soßen, Weizenfleisch und eine weitere Unmenge an Produkten zur fleisch- und tierfreien Ernährung. Als "nicht nur einfach Vegetarier, sondern spiritueller
Mensch" stellt man sich ja generell die Frage, wie man dem Konsum
entsagen, der Verschlechterung der Ernährungsqualität entgegenwirken
und hin zu einer gesunden und natürlichen Nahrungsaufnahme finden
kann. "Natürlich" wäre ja eigentlich auch ein Hamstern
im Überfluß. Jedes Lebewesen hortet, setzt Reserven an und
beginnt im ständigen Überfluß mit einer verstärkten
Reproduktion. Wir Menschen meinen mit "natürlich" etwas
Anderes, nämlich den Einklang. Dazu gehört neben der qualitativen
Selektierung auch eine quantitative: Das Maßhalten! So soll man
sich beispielsweise nicht ständig "überfressen" und
nicht Unmengen Zucker einfach nur durch Unmengen Süßstoff ersetzen.
Es ist einfach wichtig, alles in normalen Mengen und bewußt zu sich
zu nehmen. Denn weder Essen noch Zucker machen aus sich selbst heraus
krank, wie es uns im Rahmen unseres "neuen Gesundheitsbewußtsein"
von Medien und Anbietern of suggeriert wird. Damit kommen wir also zum Kern der Sache. Hellhörig
durch eben diesen Hinweis auf „die Gebote Gottes“ und die
„Güter Neu Jerusalem“, ergibt eine kleine Recherche sehr
schnell, daß die gesamte Firmengruppe, die sich um die Erzeugung,
die Verarbeitung und den Vertrieb der Produkte kümmert, im direktem,
wenn auch nicht formaljurisitischen Zusammenhang mit der in Würzburg
ansässigen Religionsgemeinschaft „Universelles Leben“
steht. Diese Religionsgemeinschaft, initiiert von der „Prophetin“
Gabriele Wittek, geht in ihrer Lehre dem mystischen Schulungsweg des „Urchristentums“
nach. Das alles macht sie natürlich zum Ziel öffentlicher Kritik,
vorwiegend durch Gruppen, die solche Gemeinschaften generell als ihre
„Gegner“ betrachten. Dazu gehören, neben den Sektenbeauftragten
und –beratungsstellen der großen Kirchen, auch die einschlägig
bekannten Organe zur „Aufklärung über Sekten und Psychogruppen“.
Wie wir ja schon wissen, lassen die großen Kirchen keinerlei Abspaltung
und Abrückung von Ihrer Lehre zu und diffamieren dabei gern, gerade
sich im christlichen Bereich bewegende, Andersdenkende. Die „Öffentlichkeit“
greift im Umgang mit "Universelles Leben" die so entstehenden
Vorwürfe des „totalitären Führungsstils“, des
„Sektentums“ und der „Gefahr durch psychische Beeinflussung
der Mitglieder“ gern auf und mischt daraus einen Giftcocktail der
allumfassenden Schlechtredung. Dies alles sind nun keine Argumente gegen den Bezug und Verzehr der Produkte der Firma „Gut zum Leben“. Versprechen diese doch einige Vorteile, die mir bisher kein Bioladenbesitzer versprechen konnte. Regionaler Anbau, friedfertiger Landbau, im Einklang mit der Natur, keine Nutztierhaltung, keine Gülle und kein Mist auf den Feldern, kein Kunstdünger, und noch viele, viele Dinge mehr. Eben getreu dem Werbespruch „Wir sind nicht Bio, wir sind reine Natur!" Natürlich muß das alles finanziert werden! Deshalb kosten die Produkte auch einiges mehr, als die Billigware im Supermarkt. Es sollte einem generell nachdenklich stimmen, wenn die rotglänzenden, perfekten Tomaten aus Spanien billiger sind, als die aus dem „heimischen Gemüsegarten“. So bleibt also nur noch die Lehre der dahinterstehenden Glaubensgemeinschaft, die das ganze System in Frage stellen könnte. Zwar habe ich mich bisher nur oberflächlich mit den Inhalten der Lehre beschäftigt, konnte aber nichts finden, was sich als gefährlich oder grundsätzlich falsche Ansicht darstellen ließe. Im Gegenteil stellen die viel zitierten Grundsätze ein schönes Repertoire an spirituellen Glaubenssätzen dar. Nichts was sich nicht auch im Buddhismus, bei Seth / Jane Roberts oder anderen findet. So stehen, neben der hundertprozentigen Selbstverantwortung für Handlung und Konsequenz, auch die freie Entscheidung, die direkte Verbundenheit aller Dinge und das Prinzip der Erleuchtung im Raum. Daß diese Botschaften der spirituellen Einsicht einer einzelnen Person entstammen, ist ebenso wenig verwerflich, wie Einkleidung der Lehre in ein christlich-esoterisches Begriffskostüm. Gleiches gilt natürlich auch für die Religionsgemeinschaft
an sich. In jeder Gesellschaftsform gibt es Regeln und Prinzipien, ohne
die sie nicht funktioniert. Ich will über die streng hierarchische
Gliederung der anerkannten Religionen gar nicht sprechen, denn keine der
Weltreligionen, deren unzählige Splittergruppen und keine der existenten
Gesellschaftsformen basieren auf dem zufälligen Zusammentreffen von
freidenkenden Gleichgesinnten. Sie existieren in den Köpfen, gelinde
gesagt, durch Jahrhunderte andauernde Unterweisung. (Nein, das böse
Wort "Gehirnwäsche" wollen wir jetzt nicht verwenden).
Aus diesem Kontext heraus darf wohl keiner dem anderen vorwerfen, daß
er seine Gemeinschaft oder seine Firma "führt", zumal es,
im Gegensatz zu den meisten Kirchen, bei "Universelles Leben"
keine offizielle Mitgliedschaft und keine Pflichtabgaben gibt. Darum ist
es auch logisch, daß so etwas nur mit freiwilligen Spenden und anderen
unentgeltlichen, ehrenamtlichen Leistungen funktionieren kann.
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