| Die unendliche Geschichte | |||
| "Bücher
sind nicht immer sanfte Freunde, Trostspender, die wir mit zierlichen Gartengeräten
die eigene Seele wie einen kleinen Vorgarten pflegen: die Sprache ist etwas
zu Gewaltiges, zu Kostbares, als daß sie zu bloßem Zierrat dienen
sollte, sie ist des Menschen wertvollster natürlicher Besitz: Regen und Wind, Waffe und Geliebte, Sonne und Nacht, Rose und Dynamit; aber niemals nur eins von diesen: sie ist nie ungefährlich, weil sie von allem etwas enthält: Brot, Zärtlichkeit, Haß und Tod..." (Heinrich Böll, 1917 - 1985) Gleich
vorweg: Das Buch (nebenstehend ein Link), zu dem Heinrich Böll selbst
diese Worte niederschrieb, soll hier nicht im Blickpunkt stehen, vielmehr
das Zitat selbst. Welterklärende, friedensbringende, inspirierende große Werke hätten mit ihren Millionenfachen Auflagen eigentlich aus unserer sich selbst umkreisenden Hölle längst wieder ein Paradies erstehen lassen müssen. Stattdessen erzählen uns gleichsam ambitionierte große Schreiber immer wieder die selbe Geschichte, mal fabulös, bildhaft, mal lyrisch, dann wieder wissenschaftlich, als Roman, als Ballade, als Theaterstück, als Märchen. Worum es in dieser Geschichte geht, muß jeder selbst herausfinden, denn, im Gegensatz zu den diktierten Bildern auf Leinwänden und Bildschirmen, formen wir aus Buchstaben und Worten unsere eigenen Bilder. Nur diese allein können wir wirklich innerlich begreifen. Somit liest jeder sein eigenes Buch, seine eigene Geschichte, denn obwohl das Wort mächtig ist, ist es nur der Katalysator einer Botschaft, gleichsam gebunden an den ewigen Kreislauf von Inspiration, Expiration und Interaktion, ohne den es wertlos und belanglos bleibt. |
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über
HEINRICH BÖLL
www.heinrich-boell.de www.boell.de
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