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| "Macht-
sei es am Arbeitsplatz oder in der Regierung- hängt von sozialen Fähigkeiten
ab. Führungsqualitäten erwachsen aus dem Geschick, Kompromisse
schließen zu können, aus der Charkterstärke, den einmal
eingeschlagenen Weg beharrlich weiterzugehen, aus dem Mut, für die
richtige Sache einzustehen, und daraus, für alle ein offenes Ohr zu
haben- alles Eigenschaften, die man nicht von einer Webseite herunterladen
kann " (Clifford Stoll in "Logout")
Dieser Satz ist dem Kontext "Information & Macht" entrissen, in dem er im Buche "Logout" steht. Im Untertitel des kleinen, bissigen Werkes schwingt eine gehörige Portion (Selbst)ironie mit, denn Stoll weiß, daß seine kontroversen Ideen ihn ausgerechnet in jener Welt zum kautzigen Nörgler stempeln, die er selbst mit aufgebaut hat. Was veranlaßt einen Spezialisten für Datennetze, Datenschutz & Computersicherheit, wie Clifford Stoll, Bücher gegen Computer zu schreiben? Im Grunde die Erkenntnis, daß gegen Dummheit kein Kraut gewachsen ist und, -daß sich der Mensch aus jeder technischen Errungenschaft zumindest eine, die ursprüngliche Idee ins Gegenteil verkehrende "Bombe" daraus bastelt. Jener tausendfach dargestellte, angemahnte Fluch, der schon das "Kraftwerk in der Faust" bei Jules Verne explodieren ließ, treibt in Sachen Vernetzung und Digitalisierung der Welt zwar weniger destruktive Blüten, wie die Atomenergie, jedoch spielen sich im Lande der Beschränkten mit den unsinnigen Möglichkeiten Szenarien ab, die selbst mir (kahlköpfigen) die Haare zu Berge stehen lassen. Schließlich ist die "neue Technik", jene digitale Vernetzung, die in Bildung und in alle Belange des Menschseins Einzug hält, in erster Linie eine lukrative Schnittstelle für Großanbieter von Gütern und Meinungen, wenn der Mensch nicht selbständig denkt und fühlt. Aber genau das wird ihm synchron zur Vernetzung aberzogen, ebenso seine gesellschaftlichen Bindungen und sein Willen nach Macht und (Selbst)Bestimmung, indem man ihm das Heil in der Datenautobahn verspricht, ihn dorthin umleitet und abstellt. Die wichtigen Dinge im Leben sind nicht "downloadable"... und sie sind in diesem Fall genau so gestrickt, wie jene "Errungenschaften", die die Menschheit gleichermaßen voranbringen und zerstören können:Die Hierarchien, in denen wir uns bewegen, funktionieren aus der Sicht derer, die in der Hierarchie oben stehen oder oben stehen wollen, nach beschriebenem Muster. Aber was sind jene soziale Fähigkeiten, von denen die Mancht abhängt? Menschen veranlassen, zu glauben, man habe ein Allheilmittel für ihre Unzulänglichkeiten? Ich brauche soziale Fähigkeiten, um Macht zu BEKOMMEN. Von denen, die sie haben und das sind die selben, auf die man dann Macht ausübt. Machtstrukturen basieren auf Geben und Nehmen, auf dem Täter/ Opfer Prinzip. Das ist eine unpopuläre Meinung, denn diejenigen, die ihre Macht abgeben, wollen im Ausgleich darüber jammern, daß sie keine Macht haben. Führungsqualitäten sind in unserem Wirtschaftssystem unabdingbar, ebenso Beharrlichkeit, allerdings sind immer radikalere Varianten dieser Eigenschaften notwendig, um den berüchtigten Fuß in die Tür zu bekommen. Macht
& Karriere werden aber auch von den selben menschlichen Attributen
ermöglicht, die den Menschen frei und selbstbestimmend werden lassen.
Die Fähigkeiten, andere zu manipulieren, sind das Tor zur innneren
Freiheit. Stolls "Hightech Ketzereien" haben mich Netz- Junkie sehr angeregt, wieder anzufangen, Distanzen zur Welt abzubauen und meine eigenen Filter wieder einzuschalten... höchste Sicherheitsstufe, gnadenlos aussortierend, was mir, meinen Kindern und meinen Mitmenschen Geist und Seele zerstören kann. Das Problem dabei ist, daß die menschliche Gesellschaft zwar zerfällt, ihre Werte und ihre Kultur verkommen, daß aber jeder, der sich gegen die fortschreitende Isolation auflehnt, sich ins Abseits begibt. Immer tiefer. Die Welt teilt sich in Onliner und Offliner, die am Ende immer noch eines gemeinsam haben, und das ist die Einsamkeit. Mein Gott, ist das alles furchtbar! ;-)
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Clifford Stoll war 1988/1989 maßgeblich an der Ergreifung des deutschen Hackers Karl Koch beteiligt. Der Grund dafür war ein Abrechnungsfehler von 75 Cent. Als Übergangsadministrator auf das Problem angesetzt stellte er fest, daß ein Hacker in sein System eingebrochen war, der Rechenzeit für 75 Cent verbrauchte. In Zusammenarbeit mit amerikanischen und deutschen Behörden wurde Karl Koch Monate später gefaßt. Stoll beschrieb seine Jagd nach dem Hacker detailliert in dem Buch "Kuckucksei", das international ein Bestseller wurde und erhielt so den Ruf, ein exzellenter Kenner der Computer- und Netzwerktechnik zu sein. Stoll erwies sich in den folgenden Jahren als entschiedener Kritiker des Internet. Seine Bücher sind kritische und zugleich unterhaltsame Betrachtungen der Veränderungen unserer Gesellschaft durch die digitalen Medien und durch die Vernetzung. Das
Zitat stammt aus dem Buch |
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